Vorwurf: Willkürliche Platzverweise AStA kritisiert einschüchternden Sicherheitsdienst der Uni Osnabrück

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Um diesen Parkplatz zwischen Kamp und Alte Münze geht es: Um ihre Mitarbeiter vor Pöblern zu schützen, hat die Uni einen Sicherheitsdienst beauftragt. Archivfoto: Arne KöhlerUm diesen Parkplatz zwischen Kamp und Alte Münze geht es: Um ihre Mitarbeiter vor Pöblern zu schützen, hat die Uni einen Sicherheitsdienst beauftragt. Archivfoto: Arne Köhler

Osnabrück. Autoritär, einschüchternd, willkürliche Vertreibungen: Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) macht der Uni Osnabrück einige Vorwürfe. Diese hatte einen Sicherheitsdienst beauftragt, der mit Hunden das Gelände in der Innenstadt kontrolliert – und angeblich willkürlich Personen vertreibt. Anfangs sollen es Migranten gewesen sein, inzwischen betreffe das fast alle Personen.

Am Dienstag teilte der AStA auf seiner Internetseite mit, der Sicherheitsdienst habe anfangs nur „migrantisch aussehende” Jugendliche vertrieben, inzwischen aber auch Studierende und neuerdings „nahezu alle Personen”. Mit „scheinbar nicht folgsamen Hunden ohne Maulkorb” patrouilliere der Sicherheitsdienst über das Universitätsgelände in der Innenstadt und vertreibe Menschen „ungeachtet ihres Grundes, sich dort aufzuhalten” und „völlig unabhängig von ihrem Auftreten”. Gewählten Studierendenvertretern drohe der Sicherheitsdienst mit Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs. Mit ihrem martialischen Auftreten und ihren Hunden würden die Mitarbeiter einschüchtern.

Der AStA fordert die Uni auf, der Sicherheitsfirma zu kündigen und von ihrer „autoritären Problemlösungsstrategie Abstand zu nehmen”.

Uni: Es geht nur um einen Parkplatz

Utz Lederbogen, Sprecher der Uni, bestätigt auf Anfrage unserer Redaktion die Zusammenarbeit mit einem Sicherheitsdienst, schränkt den Einsatz aber deutlich ein. Während der AStA „das Universitätsgelände in der Innenstadt” nicht näher definiert – schließlich verfügt die Uni dort über mehrere Gebäude –, versichert Lederbogen: Es gehe lediglich um den Parkplatz der Universitätsbibliothek zwischen den Straßen Kamp und Alte Münze. Dort hat auch der AStA seine Räume.

Neben dem Parkplatz der Uni-Bibliothek hat der AStA seine Räume. Dort ist auch der Duchgang zum Kamp. Archivfoto: Arne Köhler

Uni: Sicherheitsdienst schützt Mitarbeiter

Grund für die Beauftragung des Sicherheitsdienstes: Seit Wochen gebe es auf dem Parkplatz Probleme mit Drogendealern und Alkohol trinkenden Jugendlichen, sagt Lederbogen. „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universitätsbibliothek werden insbesondere in den Abendstunden auf das Übelste beschimpft, bedroht, bespuckt und am Wegfahren mit ihrem Pkw behindert. Auf dem Platz wird uriniert und Müll hinterlassen.” Zum Schutz der Mitarbeiter habe die Uni beschlossen, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und den Wachschutz zu beauftragen.

Die Hunde seien nötig geworden, weil die Jugendlichen auch die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes beschimpft hätten, sagt Lederborgen.

Sprecher: Anschuldigung falsch

Er versichert: Jeder, der den Parkplatz friedlich passieren möchte, dürfe das. Das gebiete schon allein das mit der Stadt festgelegte Durchgangsrecht. Auch werde niemand weggeschickt, der sich dort friedlich aufhalte. „Dennoch: Das ist ein Parkplatz und kein Aufenthaltsplatz”, schränkt der Sprecher dann doch ein.

AStA: Wachschutz kündigen

Der AStA spricht sich dafür aus, dass Übergriffe auf dem Uni-Gelände unterbunden werden müssen. Er wehrt sich aber dagegen, dass die Uni seiner Meinung nach den Aufenthalt auf dem Gelände unterbindet. „Damit setzt sie ihre Tradition autoritärer Führung, sichtbar beispielsweise bei der Schließung des Kunsthistorischen Instituts gegen den Willen der demokratischen Gremien der Universität, fort.”

Gespräch am Mittwoch

Lederbogen sagt, die Hochschulleitung habe in der vergangenen Woche bereits Kontakt mit dem AStA aufgenommen, um über die Situation zu sprechen. „Ein klärendes Gespräch wird nun morgen (Mittwoch) stattfinden.”


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