Angst vor der Baustelle Hotel-Pläne für SinnLeffers-Haus: Was sagen die Anlieger der Johannisstraße?

Von Sandra Dorn

Egal, ob anstelle von SinnLeffers ein neues Hotel entsteht oder nicht: Den Anliegern der Johannisstraße steht eine lange Bauphase bevor – und die erwarten sie mit Bangen. Foto: Michael GründelEgal, ob anstelle von SinnLeffers ein neues Hotel entsteht oder nicht: Den Anliegern der Johannisstraße steht eine lange Bauphase bevor – und die erwarten sie mit Bangen. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Noch ein Hotel? Was halten die Anlieger der Osnabrücker Johannisstraße von den Plänen für das SinnLeffers-Haus? Könnte ein Hotel der Straße, über deren Verwahrlosung sie sich schon lange beklagen, womöglich sogar guttun? So weit denken die Anlieger noch gar nicht. Vor ihnen steht eine lange Baustellenphase – und die erwarten sie mit Bangen.

Die Versorgungsleitungen der Stadtwerke vor ihren Geschäften sollen erneuert werden. Ab Ende Mai, nach Abschluss der Maiwoche, soll die Johannisstraße dafür aufgerissen und für die Busse während der Bauarbeiten gesperrt werden. Fast wirkt es so, als komme es den Anliegern auf eine Baustelle mehr oder weniger, ob Hotel oder sonst was, dann auch nicht mehr an. Wie diese Woche bekannt wurde, soll das Modehaus SinnLeffers abgerissen und durch ein Hotel mit Läden und einem Fitnessstudio ersetzt werden.

Zunächst aber steht die Straßensanierung bevor. „Wir leben dann natürlich in einer großen Baustelle“, sagt Olaf Richter, Inhaber der Gaststätte „Treibhaus“. „Für alle Anlieger ist das brutal.“ Seit 1. März ist Richter Erster Vorsitzender der Interessengemeinschaft südliche Innenstadt. 39 Mitglieder hat er in seiner Liste stehen – Anlieger aus der Johannisstraße zwischen Neumarkt und Johannistorwall. Mindestens bis Ende des Jahres, vielleicht auch noch länger, werden die Straßenbauarbeiten nach Angaben der Stadt dauern. Und auch die geplanten beiden Hotelbauten des Osnabrücker Immobilieninvestors Theodor Bergmann am Neumarkt würden in der Johannisstraße wohl zu spüren sein, vermutet Olaf Richter. Er persönlich betrachte ein drittes neues Hotel anstelle des SinnLeffers-Hauses jedoch optimistisch, sagt der Gastwirt. Es würde ihm wohl zusätzliche Gäste bringen.

Hotelier Meyer: Keine Angst, aber Frust

Und was sagt Stephan Meyer, Inhaber des Hotels Meyer hinter dem Landgericht, der künftig von größeren Konkurrenten förmlich umzingelt wäre? Angst habe er nicht, gibt er sich entspannt. Sein Hotel habe immer eine Nische gefunden. „Es wird immer Gäste geben, die das Kleine, Individuelle zu schätzen wissen.“ 14 Zimmer bietet sein Haus, das seine Großeltern 1935 eröffnet hatten. Entspannt zeigt er sich allerdings nur, was die Konkurrenz angeht.

Was ihm zu schaffen mache, sei die Situation in der Straße. „Und da sehe ich keine Verbesserung“, so Meyer, der vom Frühstücksraum auf das leer stehende Kachelhaus blickt. Zuletzt hatten er und einige Nachbarn sich im Herbst 2017 schriftlich bei der Stadt beschwert – über Alkoholkonsum, Dreck, öffentliches Urinieren und Pöbeleien vor ihren Geschäften.

Es folgten Gespräche, doch verbessert habe sich nichts, sagt Meyer. „Null Engagement“ und „Desinteresse“ attestiert er Stadtrat und -verwaltung. Meyer hat den Kaffee auf. „Ich habe keine große Hoffnung, dass die vordere Johannisstraße mal zu einem schönen Einkaufsbereich wird.“