Studenten stellen Semesterarbeit vor Neugestaltung am Piesberg: „Platz kann zu einem Sahnestück werden“

Der alte Steinbrecher am Piesberg wird von den Dampflokfreunden genutzt. Auch ihn bezogen die Studenten in ihre Betrachtungen ein. Foto: David EbenerDer alte Steinbrecher am Piesberg wird von den Dampflokfreunden genutzt. Auch ihn bezogen die Studenten in ihre Betrachtungen ein. Foto: David Ebener

awen Osnabrück. Die Anwohner vom Piesberg sind alarmiert. Die Niedersächsischen Landesforsten wollen ein rund 80.000 qm großes Areal unterhalb des Museums Industriekultur verwerten. Schon gibt es Ängste, hier könnte sich ein Industriebetrieb ansiedeln. Studenten der Hochschule haben andere Vorstellungen entwickelt, wie sich das Gelände nutzen ließe.

Landschaftsarchitektur-Dozentin Claudia Schliemer und ihre Studenten stellten die Ergebnisse einer Semesterarbeit vor. Deren Aufgabe: Neugestaltung der Vosslinke, wie die Fläche zwischen Pferdestall, Steinbrecher und Haseschacht genannt wird. CDU Ratsfrau Rita Feldkamp und der CDU-Ortsververband Pye hatten ins Piesberger Gesellschaftshaus zu einem „Politischen Abend“ eingeladen.

Vortragsstil und Ideenvielfalt seien „herzerfrischend“ so Feldkamp. Auch Imke Wedemeyer, Geschäftfsührerin des Gesellschaftshauses zeigte sich begeistert, zumal sie selbst bereits mit den Dampflokfreunden an ähnlichen Konzepten gearbeitet hat.

Die studentischen Präsentationen zeigten Möglichkeiten auf, historische Industrieanlagen und Natur miteinander zu verbinden. Eine Konstellation, wie sie sonst außerhalb des Ruhrgebiets kaum zu finden ist. Immer wieder betonten die Studenten, dass es nicht darum gehe, bestehenden Einrichtungen Konkurrenz zu machen, sondern die Attraktivität des Piesbergs gemeinsam weiter zu erhöhen und zusätzliche Besucher anzuziehen.

Ob kreative Loftatmosphäre im Steinbrecher, Picknick-Terrassen unterhalb des Industriemuseums oder Urban-Gardening – alle Detailvorschläge waren in schlüssige Konzepte eingebunden, die jeweils binnen einer Woche entwickelt worden waren. Wie Dozentin Schliemer am Rande erklärte, stieg die Begeisterung von Tag zu Tag.

Hannah und Hannah war es vor allem wichtig, Sichtachsen herzustellen, um die Orientierung zu erleichtern und die Geschichte des Piesbergs herauszuarbeiten. Ihr Kommilitone Jonas präsentierte den Entwurf für ein Erlebniszentrum mit Lernwaggons und Entspannungsbereichen wie Lagerfeuerstätten. Maximilian und Steffen hatte es vor allem der Steinbrecher angetan. Hier ließe sich durch Licht und Schatten eine stimmungsvolle Atmosphäre schaffen. Außerdem verfüge das Gebäude über eine nahezu einzigartige Akustik und die Gebäudehöhe ließe sich durch Rutschen und Kletterwände nutzen.

Claudia Schliemer stellte schließlich unter dem Titel „Der Natur auf der Spur“ noch die Ergebnisse einer Gruppe vor, die an diesem Abend verhindert war. In diesem Konzept sollten zum Beispiel die alten Stollen als Analogie zum Fuchsbau herausgearbeitet werden. Insgesamt, so ihr Fazit zur Vosslinke „ist der Platz derzeit ein Nichts, kann aber zu einem Sahnestück werden.“

Laut Wedemeyer stehen dem „überzogene“ Preisvorstellungen entgegen. Aufgeschlossen zeige sich hingegen die Stadt: So sei ein Antrag, etwas südlich vom Steinbrecher einen Waggon als Ausflugsziel aufzustellen, binnen fünf Tagen positiv entschieden worden.