Festival „Classic con brio“ Teuflisch guter Schubert

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Mit Hingabe an die Musik von Richard Strauss: David Cohen (Violoncello) und Bart van de Roer (Klavier) im Medicos Osnabrück. Foto: David EbenerMit Hingabe an die Musik von Richard Strauss: David Cohen (Violoncello) und Bart van de Roer (Klavier) im Medicos Osnabrück. Foto: David Ebener

Osnabrück. Zum echten Gänsehauterlebnis machte die Pianistin Nino Gvetadze Franz Schuberts „Wandererfantasie“ beim „Classic con brio“-Konzert im Osnabrücker Medicos.

„Der Teufel soll dieses Zeug spielen!“, sagte Schubert über seine „Wandererfantasie“, als seine Finger daran vor dem Klavierpart versagten. Nicht die Spur davon bei der Pianistin Nino Gvetadze, die sich auswendig und mit atemberaubender gestalterischer Klarheit dem verschachtelten Werk stellte. Schubert hart auftrumpfend oder sanft verinnerlicht, hier filigranes Trillern, dort wehende, dennoch präzise Arpeggienschleier, bis das unruhige Schubertbrodeln wieder einsetzt: Das war das Gänsehauterlebnis des Sonntagabendkonzerts von „Classic con brio“ im Osnabrücker Medicos.

Dicht gefolgt von drei anderen Werken und ihren Interpreten. Cellist David Cohen und Pianist Bart van de Roer ließen Richard Strauss’ Cellosonate F-Dur mit erlesener Spielkultur fern jeder Routine in ihrer jugendlichen Kraft leuchten. Cohen betörte einmal mehr mit seinem Cello-Ton. Musikalisch feinste Quartett-Kultur mit einem Hauch zu dominanter Oboe war mit Mozarts Oboen-Quartett F-Dur zu erleben. Bis sich das junge Berliner Notos-Quartett (siehe auch Kulturseite) mit Schumanns Klavierquartett Es-Dur beim Festival vorstellte: Vier ähnlich starke Musikerpersönlichkeiten, feinst abgestimmte Präzisionsarbeit im Detail und Kraft zum verschmelzenden Funkeln fast schon wie die „Altmeister“ des Festivals, das macht neugierig auf mehr..


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