Zweite Bürgerwerkstatt Große Idee: Straßentunnel vor Osnabrücker Altstadtbahnhof

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Autos vor dem Altstadtbahnhof in den Tunnel? Archivfoto: Joachim DierksAutos vor dem Altstadtbahnhof in den Tunnel? Archivfoto: Joachim Dierks

Osnabrück. Die Bürger, die am Masterplan für die Osnabrücker Innenstadt mitarbeiten, schrecken vor großen Ideen nicht zurück: Der Wallring sollte vor dem Altstadtbahnhof durch einen Tunnel geführt werden. Das ist ein Ergebnis der zweiten Bürgerwerkstatt.

In der zweiten Runde der Bürgerwerkstatt dachten die Teilnehmer am Freitag die Ideen und Konzepte aus dem ersten Workshop vom Oktober vergangenen Jahres weiter. Im ersten Durchgang waren 80 engagierte Bürger in drei Gruppen durch die Innenstadt spaziert. Eine Gruppe erwanderte die „Kraftlinien“, also die wichtigsten Verkehrsachsen, eine Gruppe suchte Plätze auf, die dritte besuchte versteckte Ecken und Rückzugsräume. Anschließend erarbeiteten die Teilnehmer an vier Thementischen Entwicklungsperspektiven für den Verkehr, für Freiflächen, versteckte Orte und die wichtigsten Durchgangsachsen. Diese Ideen dachten die Experten vom Stadtplanungsbüro Machleidt aus Berlin zu Ende und präsentierten den Bürgern am Freitag im Theater Funktions- und Gestaltungspläne.

Unter die Erde

Die größte Aufmerksamkeit zogen die Ideen für den Bereich am Hasetor/Altstadtbahnhof auf sich. Die Idee ist, die Hase, den Herrenteichswall, den bischöfliche Garten, Teile der Altstadt und den Bahnhof als Tor zur Altstadt zu einem attraktiven Quartier zu zusammenzuführen. Mit dem vierspurigen Wall und der großen Hasetor-Kreuzung ist das nicht vereinbar. Also legten die Planer den Verkehr kurzerhand in einen Tunnel, der am Nonnenpfad beginnen und am Hasetor enden soll. Oben könnte ein Platz mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen, Fußgänger und Radfahrer könnten direkt den Bahnhof erreichen. Der Busverkehr würde nicht durch die Röhre, sondern oberirdisch über eine eigene Spur geführt. „Das wäre ein großartiger Willkommensmoment für Besucher“, sagte Stadtbaurat Frank Otte zum Abschluss der Bürgerwerkstatt.

Die Workshopteilnehmer nahmen weitere Plätze in der Innenstadt in den Blick. Den Domhof zum Beispiel, den die Mehrheit einer Arbeitsgruppe lieber verkehrsfrei haben möchte. Die Gruppe schlug vor, die Durchfahrt zwischen Lortzingstraße und Hasestraße für den Autoverkehr zu sperren. Der Platz am Haarmannsbrunnen hat nach Meinung vieler Bürger noch großes Entwicklungspotenzial. Sie schlagen vor, den Parkplatz Schillerstraße an der Herz-Jesu-Kirche aufzugeben und zu bebauen, um einen innerstädtischen Platz unter hohen Bäumen und mit interessanter Außengastronomie an der Hase zu schaffen. Auf dem Raiffeisenplatz (beim Hauptbahnhof) haben die Arbeiten zur Neugestaltung bereits begonnen, für den Ledenhof wird demnächst ein Wettbewerb ausgeschrieben.

Die Ergebnisse der zweiten Bürgerwerkstatt werden in den kommenden Wochen aufbereitet und im Internet veröffentlicht. Ziel ist es, im Herbst der Politik einen Masterplan Innenstadt vorzulegen, der auf Ideen und Wünsche der Bürger fußt.


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