Wird Hellern zum Nadelöhr? Begleiterscheinungen einer Baustelle in Osnabrück

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Verkehrsadern in Hellern: Anwohner befürchten Belastungen für die Lengericher Landstraße und für die Straße An der Blankenburg, wenn die Rheiner Landstraße für zweieinhalb Jahre gesperrt wird. Archivfoto: Gert WestdörpVerkehrsadern in Hellern: Anwohner befürchten Belastungen für die Lengericher Landstraße und für die Straße An der Blankenburg, wenn die Rheiner Landstraße für zweieinhalb Jahre gesperrt wird. Archivfoto: Gert Westdörp

Osnabrück. Auf den Straßen von Hellern: Im Bürgerforum des Stadtteils stand dieses Mal der Verkehr im Mittelpunkt.

Die Aussicht auf die Vollsperrung der Rheiner Landstraße für zweieinhalb Jahre ruft auch in Hellern keine Begeisterung hervor. Eine Anwohnerin drückte es so aus: „Wir befürchten, dass wir überrollt werden.“

Umwege nicht nur in einer Richtung

Der CDU-Ortsverband wollte wissen, mit welchen Belastungen die Anwohner in ihrem Stadtteil wegen des ausgedehnten Kanalbaus rechnen müssen. Die Antwort des städtischen Fachbereichs „Geodaten und Verkehrsanlagen“ fällt vorsichtig aus: Eine Prognose können „nicht seriös gegeben werden“, weil „die Varianten einer möglichen Verkehrsführung noch nicht abschließend festgelegt sind“. Es sei „aber zu erwarten, dass auf den Straßen An der Blankenburg und Lengericher Landstraße Verkehrszunahmen eintreten“ werden. Da lachten einige Anwohner, denn dass gerade dort ein Nadelöhr entstehen dürfte, war ihnen bereits klar. Und was ist, wenn gleichzeitig die Martinistraße auf zwei Spuren reduziert wird? Auch das wollte die Helleraner CDU wissen. „Dieser Ausbau kann erst später erfolgen“, antwortete die Verwaltung. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert – er leitete die Sitzung – hält es außerdem für „nicht gut verträglich“, wenn der „Modellversuch Tempo 30“ unter anderem für die Martinistraße in diese Zeit fallen soll. Er strebt an, die Bauphase „so verträglich wie möglich“ zu gestalten. Der Verkehr solle „nicht nur in eine Richtung gedrückt“ werden. Daran arbeite die Verwaltung.

„Eine grüne Welle bemerken Sie nicht“

Kann auf der Lengericher Landstraße die Ampelschaltung verbessert werden? Diese Frage stellte Anwohner Burkhard Möller, der speziell den Abschnitt von der Großen Schulstraße bis zum Blumenhaller Weg stadteinwärts im Blick hat. Er stehe auf dem Weg „an jeder Kreuzung“ vor einer roten Ampel. Der Fachbereich „Geodaten und Verkehrsanlagen“ koordiniert die Ampeln so, dass eine „grüne Welle“ morgens stadteinwärts und abends stadtauswärts möglich ist – und berücksichtigt so den Berufsverkehr. Griesert zeigte sich „demütig“ gegenüber den Experten für die Ampelschaltung: „Sie arbeiten hochprofessionell.“ Störfaktoren seien die Menschen. Und die Wahrnehmung spiele eine Rolle: „Eine grüne Welle bemerken Sie nicht, wohl aber rote Ampeln.“

Insgesamt 800 Kilometer Straßen in Osnabrück

Kleinere Wohnstraßen mit weniger Verkehr schützen nicht vor Ärger: Dass die Verwaltung den Irisweg nicht in eine verkehrsberuhigte Straße verwandeln will – zumal die 300 Autos am Tag dort einer Messung nach nicht erheblich zu schnell fahren. Ein Anwohner meinte, die Stadt habe bei Schnee gemessen. Manche Autos seien dort sonst viel zu schnell unterwegs. Er wünscht sich Geschwindigkeitskontrollen.

Der Hörner Weg besteht nach Ansicht des Anwohners Hans Otto auf einigen Abschnitten „nur noch aus Flickstellen, Buckeln und Dellen“. Die Verwaltung berichtete, die Straße werde regelmäßig auf ihren Zustand kontrolliert. Schadstellen würden ausgebessert. Ein Anwohner wollte wissen: „Wieso immer nur stückweise und nicht ganz?“ CDU-Landtagspolitikerin Anette Meyer zu Strohen antwortete so: „Es gibt dafür in der Stadt zu viele Straßen, an denen gearbeitet werden muss“ – insgesamt 800 Kilometer, wie der Oberbürgermeister ergänzte. Doch während ein Anwohner den Zustand des Hörner Weges als „katastrophal“ bezeichnet, empfiehlt ihm ein Nachbar, langsamer zu fahren. Dann sei alles gut.

Eltern-Taxis im Parkverbot

Auch in Hellern fahren Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule und zum Kindergarten. Die Verwaltung hat festgestellt, dass „Elterntaxis“ vor allem bei schlechtem Wetter auf der Straße Am Haunhorst und dort zum Teil auch auf dem Gehweg parken. Weil die Straße schmal ist, entstehe beim Parken auch eine „enge Stelle im Sinne der Straßenverkehrsordnung“. Das Halten ist dort jetzt verboten.


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