Bestürzung im Rathaus Bluttat in Osnabrück: Zerstückelte Frau war Mitarbeiterin der Stadt


Osnabrück. Fassungslosigkeit im Osnabrücker Rathaus: Eine 61-jährige Mitarbeiterin der Stadt ist gewaltsam zu Tode gekommen. Die Polizei fand ihre zerstückelte Leiche am Mittwochabend in der Garage ihres Wohnhauses in Schinkel-Ost. Dringend tatverdächtig ist ihr 31 Jahre alter Sohn. Er sitzt in Untersuchungshaft und schweigt.

Es ist keine leichte Aufgabe für einen Chef, die Belegschaft über den überraschenden Tod eines Kollegen informieren zu müssen. Für Oberbürgermeister Wolfgang Griesert war die Situation am Freitagmorgen ungleich schwieriger. Eine Mitarbeiterin aus der Stadtverwaltung war Opfer eines blutigen Verbrechens geworden. Er rief die gesamte Belegschaft ins Rathaus und informierte die Kollegen über die schockierenden Ereignisse, wie Stadtsprecher Sven Jürgensen unserer Redaktion auf Anfrage sagte.

Frau kam nicht zur Arbeit

Weil die 61-jährige Mitarbeiterin seit einigen Tagen nicht mehr bei der Arbeit erschienen war, meldete eine Kollegin sie am Mittwochabend bei der Polizei als vermisst. Als die Beamten daraufhin ihr Wohnhaus aufsuchten, hätten sich bei der Befragung eines Angehörigen Ungereimtheiten zum Verbleib der Frau ergeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag schriftlich mit.

Die Ermittler suchten das Grundstück ab und entdeckten wenig später den zerstückelten Leichnam der Frau in einer Garage.

„Da Hinweise auf einen gewaltsamen Tod der Frau vorlagen, nahmen die Polizisten den Sohn vorläufig fest“, heißt es weiter in der Mitteilung. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der Mann am Donnerstag einem Haftrichter des Amtsgerichtes Osnabrück vorgeführt, der einen Untersuchungshaftbefehl wegen Totschlags erließ.

Über mögliche Motive und Hintergründe der Tat ist bisher nichts bekannt. Der Tatverdächtige schweigt zu den Vorwürfen, wie sein Anwalt Frank Otten unserer Redaktion am Freitag sagte.

Ruhige Wohngegend

Die Bestürzung bei der Stadt und in der Nachbarschaft ist groß. Es ist eine ruhige bürgerliche Ecke von Schinkel-Ost, in der sich das Verbrechen abgespielt hat: Ein- und Zweifamilienhäuser, große Gärten, angrenzend Felder und Waldstücke zum Spazierengehen. Nach Informationen unserer Redaktion wohnten die Frau und ihr Sohn zusammen in dem Haus.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitagmorgen mitteilten, wurde der Leichnam der 61-Jährigen am Donnerstagnachmittag obduziert. „Dabei wurden massive Gewalteinwirkungen gegen den Körper festgestellt“, wie es in der Mitteilung heißt. Welcher Art diese waren, dazu erteilte Alexander Retemeyer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, unserer Redaktion auf Nachfrage keine näheren Auskünfte.

Die Ermittlungen der Mordkommission dauern an, so Retemeyer. Am Freitag untersuchten Kriminaltechniker das ringsum abgesperrte Wohnhaus. Bis alle Spuren ausgewertet sind, werde noch einige Zeit vergehen, sagte Anke Hamker, Sprecherin der Polizeiinspektion Osnabrück. Parallel laufen Vernehmungen und Befragungen.