Halle Gartlage bleibt Sonntag leer Betreiber sagt gemeinnützige Sonntagsflohmärkte in Osnabrück wieder ab

Von Sandra Dorn

Der Kunsthandwerkermarkt im Februar durfte an einem Sonntag in der Halle Gartlage stattfinden. Die Stadt entscheidet von Fall zu Fall. Foto: Swaantje HehmannDer Kunsthandwerkermarkt im Februar durfte an einem Sonntag in der Halle Gartlage stattfinden. Die Stadt entscheidet von Fall zu Fall. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Der für Sonntag geplante Antikmarkt in der Osnabrücker Halle Gartlage fällt aus. Der Veranstalter hat diesen und weitere Sonntagsmärkte wieder abgesagt, obwohl er sie unter dem Label der Gemeinnützigkeit veranstalten und mögliche Einnahmen spenden wollte.

Vor einem Jahr hatte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg gewerbliche Flohmärkte an Sonn- und Feiertagen für unzulässig erklärt. In Osnabrück betrifft das mehrere Veranstalter. 2017 waren nach Angaben der Verwaltung noch 36 Floh- und Trödelmärkte an Sonn- und Feiertagen festgesetzt worden. Einer der Veranstalter ist Hans-Eckhard Nahrwold mit seiner Firma „DHD-Märkte“. Als sich Ende 2017 abzeichnete, dass die niedersächsischen Kommunen wegen des Gerichtsurteils in 2018 keine Genehmigungen für Sonntagsmärkte mehr erteilen würden, gründete er flugs die gemeinnützige GmbH „DHD hilft Kindern“, um seine Kunden sonntags bei der Stange zu halten, bis das Land womöglich das Feiertagsgesetz ändert. Die Einnahmen will er spenden. Und so fand schon im Januar wieder einer seiner Second-Hand-Modemärkte für Frauen statt – an einem Sonntag.

Der nächste war für Sonntag, 29. April, angesetzt – und Nahrwold hat ihn ebenso wie den Antikmarkt an diesem Sonntag wieder zurückgezogen. „Ich glaube, es ist besser, wenn ich nur zwei Termine pro Jahr beantrage“, sagt er. Er nehme an, dass die Stadt mehr nicht genehmigen würde.

Und was sagt die Stadt? Zurzeit würden für Nahrwolds gemeinnützige Sonntagsmärkte Ausnahmegenehmigungen erteilt, erläutert Fachbereichsleiterin Sandra Solf. Paragraf 14 des Niedersächsischen Feiertagsgesetzes „ermöglicht es den Kommunen, von dem Grundsatz der Arbeitsruhe am Sonntag ausnahmsweise und aus besonderem Anlass abzuweichen“, so Solf. „Je häufiger solche Märkte also stattfinden, desto ‚besonderer‘ muss der Anlass sein, um eine Ausnahme begründen und zulassen zu können.“ Auf eine fixe Zahl wolle sich die Stadt jedoch nicht festlegen.

Für die Osnabrücker Herdbuch-Genossenschaft (OHG), der die Halle Gartlage gehört, ist Nahrwolds Sonntagsrückzug schmerzhaft. „Es ist ein Jammer“, sagte Ferdinand Hartmann, der für die Herdbuch die Halle betreut. „Das waren bestimmt sechs bis sieben Termine.“ An diesen Tagen stehe die Halle nun leer. Nahrwold und die OHG versuchen, auf Freitage auszuweichen.

Der Veranstalter hofft derweil auf eine baldige Änderung des Niedersächsischen Feiertagsgesetzes, wie sie die Landtags-FDP beantragt hat. Am Donnerstag wurden im Ausschuss für Inneres und Sport die ersten Verbände dazu angehört. Wann und ob überhaupt es zu einer Gesetzesänderung kommen könnte, ist jedoch noch offen.