Streit um politischen Kurs In Osnabrück-Atter entsteht eine neue UWG

Von Wilfried Hinrichs

Manfred Niemann. Archivfoto: Michael HehmannManfred Niemann. Archivfoto: Michael Hehmann

Osnabrück. Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) in Osnabrück steht vor einer Zerreißprobe: Der bisherige Vizevorsitzende Manfred Niemann will in Atter eine neue UWG gründen, weil er mit dem politischen Kurs der Unabhängigen und der Ratsarbeit von Wulf-Siegmar Mierke unzufrieden ist.

Am Ende einer harmonischen Jahreshauptversammlung meldete sich der frühere 2. Vorsitzende zu Wort und beendete schlagartig die fröhliche Eintracht. Niemann, Vorsitzender des Bürgerforums für Umwelt und Soziales in Atter, warf Mierke vor, sich für Atter nicht zu interessieren und das Bürgerforum nie besucht zu haben. Außerdem vermisse er bei der UWG die Bürgernähe und den Blick für die „kleinen Themen, die die Menschen wirklich beschäftigen“, wie er unserer Redaktion sagte. Mierke machte Politik im Alleingang und spreche sich zu wenig mit der UWG-Basis ab. Das schlechte Ergebnis der Kommunalwahl 2016 sei nie richtig aufgearbeitet worden, so Niemann weiter. Der 64-Jährige hatte das Amt des 2. Vorsitzenden ein Jahr ruhen lassen und in der UWG nicht mehr aktiv mitgearbeitet. Anlass war, dass seine Doppelfunktion in UWG und Bürgerforum Atter im UWG-Vorstand in seiner Abwesenheit kritisch diskutiert worden war.

Das Bürgerforum Atter für Umwelt und Soziales ist 1994 aus dem Bürgerverein und dem Bürgerinitiative Lärmschutz hervorgegangen und versteht sich kritische Stimme des Stadtteils. Der Verein Bürgerforum ist nicht mit dem von der Stadt eingerichteten Bürgerforum zu verwechseln.

Wulf-Siegmar Mierke wies den Vorwurf zurück, er habe sich nicht um Atter gekümmert. „Als Einzelkämpfer im Rat sind meine Möglichkeiten aber auch begrenzt, ich kann nicht überall sein.“ Von Alleingängen könne keine Rede sein. Die Rückkopplung mit dem UWG-Vorstand sei eng. Die UWG gebe den Mandatsträgern aber auch die Freiheit, allein nach ihrem Gewissen zu entscheiden. Schatzmeister Eberhard Veith hielt Niemann vor, mit seiner Kritik völlig zu überziehen. Er, Niemann, hätte als 2. Vorsitzender doch die Möglichkeit gehabt, die Dinge im Vorstand anzusprechen. Das Angebot des Ehrenvorsitzenden Wolfgang Düsing zu einem Vier-Augen-Gespräch lehnte Niemann ab.