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Oldschool-Rock und Zirkel-Sounds Popsalon 2018 öffnete seine Pforten mit Effet

Von Tom Bullmann

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Osnabrück. Vier Bands standen in der ersten Popsalon-Nacht auf dem Programm: Retrorock, Rhythmusoffensiven und mathematische Klangexperimente sorgten für Erstaunen und Begeisterung beim Publikum.

20 Jahre alt und noch mächtig Druck auf dem Kessel: die belgische Band Triggerfinger. Sie lockte so viele Leute in die Lagerhalle, dass die Veranstalter schon am Donnerstag, dem Eröffnungsabend des Popsalons, zum ersten Mal „ausverkauft“ melden konnten. Offenbar war es ein gelungener Schachzug, die Oldschool-Rocker in ihren gepflegten Anzügen am ersten Abend des Indoorfestivals auf die Bühne zu lassen, denn im Rahmen von Konzerten in der Kleinen Freiheit oder im Schlossgarten-Areal hatten die Belgier schon häufiger bewiesen, dass sie eine fantastische Live-Performance hinlegen. Vor allem Schlagzeuger Mario Goossens treibt den altmodischen Rock im Stil von Led Zeppelin oder Golden Earring mächtig nach vorn. Als sich nach einem absolut nicht langweiligen Schlagzeugsolo seine Bandkollegen zu ihm gesellen, um die Beats durch die Bearbeitung verschiedener Perkussionsinstrumente zusätzlich anzureichen, gibt es im Publikum kein Halten mehr: Begeistert beteiligen sich Zuschauer an der Rhythmusoffensive. Mit einer punkigen Version des Songs „Funtime“, im Original von Iggy Pop, zeigen die Belgier, warum sie auf die Bühne gehen: Um mächtig Spaß zu haben. (Weiterlesen: Osnabrücker Clubfestival startet mit internationalen Größen)

Introvertierer Retrorock

Geradezu introvertiert hatte sich die Band erwiesen, die nach North Alone als örtlichem Opener in der Lagerhalle das Publikum in der Kleinen Freiheit mit nachdenklichem, düsterem Waverock zum Mitwippen animiert hatte. Belgrad ließen die Gitarre sägen, verzierten lakonischen Sprechgesang mit Elektronikschnörkel und legten die Melange auf monotone Beats. Bisweilen steigerte sich der dunkle Retrorock zu einer wild-krachenden Kakophonie, bevor das Quartett wieder in seine selbst gewählte Klangisolation verfiel.

Konstruierte Musik von Tera Melos

Sehr konstruiert kam die Musik von Tera Melos in der Kleinen Freiheit daher, die den ersten Popsalon-Abend beendete. Die Amerikaner sind mit abgezirkeltem Kunstrock, auch Math-Rock genannt, bekannt geworden. Während der Gitarrist und der Bassist den Sound ihrer Instrumente mit ganzen Batterien von Effektgeräten verfremden, um bizarre Klanglandschaften zu entwerfen, erarbeitet der Schlagzeuger ein kompliziertes Konstrukt aus Rhythmen und Breaks, die eine enorme Exaktheit aufweisen. Wie die eher geringe Publikumsresonanz verriet, sind Tera Melos ein Fall für Spezial-Fans, die offene Ohren für Experimente haben.

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