Neue Cafébar in Osnabrücker Innenstadt Hennes folgt am Adolf-Reichwein-Platz auf das Arabesque

Von Corinna Berghahn


Osnabrück. Bald soll an der Osterberger Reihe am Adolf-Reichwein-Platz in der Osnabrücker City die Hennes-Cafébar eröffnen. Noch wird allerdings kräftig im ehemaligen Arabesque gewerkelt.

Hendrik Vogelsang ist schwer beschäftigt: Seit Anfang Februar bauen er und seine Mitarbeiter das insgesamt rund 200 Quadratmeter große ehemalige Restaurant am Adolf-Reichwein-Platz komplett um. So wurde das wohl Jahrzehnte unter Teppich, Laminat und Fließen versteckte Holzparkett freigelegt, geschliffen und mit einer Bio-Holzlasur versehen. Raumtrenner, die früher eine Atmosphäre wie im Beduinenzelt erzeugen sollten, sind ebenfalls verschwunden. Die lange Bar besteht aus unzähligen Holzklötzchen, die Vogelsang „selbst abgeschliffen“ hat, wie er stolz erzählt. Zudem entstehen aktuell Wandgemälde, sodass in der Hennes-Cafébar tatsächlich kaum noch etwas an den Vorgänger erinnert.

Das alte Parkett wurde wieder freigelegt. Foto: Corinna Berghahn

In dem Bereich, in dem kurzzeitig der Außer-Haus-Verkauf von arabischem Essen untergebracht war, ist nun eine Art Extra-Raum entstanden, der sich nicht nur als Kinderecke, sondern auch als eine Art Co-Working-Space eignen könne. „Was genau, werden wir noch sehen, es ist ja alles noch im Fluss.“

Vogelsang ist als einer der Gründer des Polly Esthers in der Straße Am Domhof in der Osnabrücker Gastro-Szene kein Unbekannter: Zuletzt hat er zusammen mit Mesut Ayvaz gegenüber vom L&T-Sporthaus einen Ableger des Cafés Herr von Butterkeks eröffnet. Der Name seines neuen Lokals fußt übrigens auf dem Spitznamen Vogelsangs, nämlich Henne. Mit dem Maskottchen des Fußballvereins 1. FC Köln, Geißbock Hennes, hat die Namenswahl nichts zu tun.

Frühstück, Burger und Mittagstisch

Und was wird es in der Hennes Cafébar geben? „Auf jeden Fall Frühstück, Salate, Burger und einen Mittagstisch“ so Vogelsang. Damit ähnelt sich das Angebot mit denen anderer Anbieter in direkter Nachbarschaft. Das weiß auch Vogelsang; er glaubt trotzdem nicht, dass man sich in Zukunft gegenseitig die Gäste abspenstig macht: „Diese Örtlichkeit rund um den Spielplatz ist quasi einzigartig in Osnabrück und jeder Laden auf seine eigene Art ganz besonders.“ Tatsächlich ist der Ort einer der beliebtesten Punkte in der Innenstadt, an dem man tagsüber irgendwann einmal jede Mutter und jeden Vater aus Osnabrück treffen wird – und sich abends das studentische Leben abspielt.

Eröffnen soll das Hennes „im Laufe des Mais“ – also in etwa dann, wenn auch der Spielplatz umgestaltet sein wird. Die alte Kogge muss aus Sicherheitsgründen weichen und wird durch neue Spielgeräte ersetzt. Zudem wird eines der Beete direkt vor dem Außenbereich des Hennes verschwinden.

Das war drin

Mitte April erinnern nur noch die beiden Palmen und die Menükästen am Eingang an das arabische Restaurant Arabesque, das Ende Januar dieses Jahres überraschend geschlossen wurde.

Das Arabesque hatte in Osnabrück eine lange Tradition: Im März 1997 noch in der Seminarstraße als kleiner Imbiss gestartet, war es wohl der Ort, an dem viele Osnabrücker ihre erste Falafel gegessen haben. 2003 zog es dann an die Osterberger Reihe. Die Gründe für das Aus lagen im privaten, aber auch im wirtschaftlichen Bereich.

Noch vor dem Arabesque war in dieser Örtlichkeit von 1966 bis 1993 die „Pianofortefabrik Rawie“ untergebracht. An diese erinnert noch ein Lastenaufzug. „Er funktioniert sogar noch, was während der Bauarbeiten eine wahre Wohltat war“, sagt Vogelsang und lacht.