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12.04.2018, 16:19 Uhr KOMMENTAR

Taxenordnung für Osnabrück: Sie haben es so gewollt

Kommentar von Dietmar Kröger

Die Stadt behält sich vor zu entscheiden, wo sich die Taxen aufstellen dürfen, um auf Fahrgäste zu warten. Foto: Michael GründelDie Stadt behält sich vor zu entscheiden, wo sich die Taxen aufstellen dürfen, um auf Fahrgäste zu warten. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Wenn die lieben Kleinen sich streiten, müssen die Erziehungsberechtigten schon mal eingreifen. So geschehen im Osnabrücker Taxengewerbe. Die Chauffeure haben sich gegenseitig beharkt – die Stadt als „Erziehungsberechtigte“ greift ein.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Da bittet eine Berufsgruppe um die behördliche Regulierung ihrer Arbeit, mit allen daraus zu ziehenden Konsequenzen wie Einschränkungen, Kontrollen und sogar Geldbußen bei Nichtbeachtung der selbst herbeigeflehten Spielregeln. Das ist schon erstaunlich in einem Land in dem allgemein auf die behördliche„Regulierungswut“ geschimpft wird.

Um es ganz deutlich zu sagen: Die Stadt ist nicht verpflichtet, eine zu erlassen. Das hat sie bislang auch nicht für nötig erachtet und zu Recht auf die Vernunft und Selbstregulierung der Unternehmen und Fahrer gesetzt. Das war wohl nichts. Nun musste die Verkehrsbehörde doch ran und eine Regelung erarbeiten. Ob die allen gefällt? Kaum anzunehmen. Aber so ist das nun mal, wenn die Erwachsenen eingreifen müssen, weil sich die Kinder streiten.

Schön ist, dass die neue Taxenordnung nun auch noch einen Fahrerausweis vorsieht. So kann der Kunde sehen, ob er es mit einem qualifizierten Chauffeur zu tun hat oder mit jemandem, der unterwegs nach dem Weg fragen muss und vielleicht auch den Taxameter nicht korrekt bedient. Ein Schelm, wer dabei schlechtes denkt.


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