13 Monate alter Junge tot Acht Jahre Haft: Anwalt im Osnabrücker Schüttelprozess legt Revision ein

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Der Angeklagte (blaues Hemd) am Dienstag bei der Urteilsverkündung am Landgericht Osnabrück. Foto: Swaantje HehmannDer Angeklagte (blaues Hemd) am Dienstag bei der Urteilsverkündung am Landgericht Osnabrück. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Am Dienstag hat das Landgericht Osnabrück den 31-Jährigen im Fall des zu Tode geschüttelten Babys zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Sein Anwalt Thorsten Diekmeyer legte nun Revision beim Landgericht ein. Das bestätigte er unserer Redaktion.

Zu den Gründen der eingelegten Revision äußerte sich Diekmeyer noch nicht. Er wolle zuerst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. 

Der Verurteilte hatte sich am Dienstag schockiert und enttäuscht über die Höhe des Urteils geäußert. Die Mutter des Jungen als Nebenklägerin nahm das Urteil an.

Die Mutter des toten Kindes trat bei dem Prozess vor dem Landgericht Osnabrück als Nebenklägerin auf. Sie akzeptierte die achtjährige Freiheitsstrafe für ihren ehemaligen Lebensgefährten. Foto: Swaantje Hehmann

Urteil über Forderung der Staatsanwaltschaft

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der 31-Jährige den Sohn seiner Lebensgefährtin im August vergangenen Jahres so heftig geschüttelt, sodass der Junge kurz danach an seinen Verletzungen im Krankenhaus starb. Die Kammer lag mit ihrem Urteil ein Jahr über der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Anders als bei einer Berufung, die nach einem Urteil eines Landesgerichts nicht möglich ist, wird bei einer Revision lediglich geprüft, ob das Urteil Rechtsfehler hat. Ein Prozess wird folglich nicht gänzlich samt der Beweisaufnahme wiederholt, wie es bei einer Berufung der Fall ist. 

Fall geht an Bundesgerichtshof

Im aktuellen Fall wäre der Bundesgerichtshof (BGH) zuständig, sofern die Revision nicht zurückgezogen wird. In einem ähnlichen Fall aus Osnabrück hatte es im Jahr 2013 eine Revision verworfen und ein Urteil des Landgerichts bestätigt. Damals hatte es einen 35-jährigen Osnabrücker zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt. Er hatte seinen vier Monate alten Sohn am Ossensamstag 2012 nach Überzeugung des Gerichts in seiner Wohnung vorsätzlich zu Tode geschüttelt, anschließend legte er seinen Sohn in den Kinderwagen und fuhr mit ihm durch die Innenstadt.

Der BGH lehnte die Revision als unbegründet ab, es habe bei der Nachprüfung keine Rechtsfehler finden können.


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