Ein Bild von Jean-Charles Fays
11.04.2018, 10:02 Uhr KOMMENTAR

Darum sollten wir nach dem Wolfsriss Ruhe bewahren

Kommentar von Jean-Charles Fays

Es spricht einiges dafür, dass der Wolf, der in Belm-Icker nachweislich eine Hirschkuh gerissen hat, nur auf der Durchreise war. Daher heißt die Devise: Ruhe bewahren. Foto: dpaEs spricht einiges dafür, dass der Wolf, der in Belm-Icker nachweislich eine Hirschkuh gerissen hat, nur auf der Durchreise war. Daher heißt die Devise: Ruhe bewahren. Foto: dpa

Osnabrück. Der Gennachweis bestätigt, was Experten schon vermutet haben: Der Wolf hat den Osnabrücker Speckgürtel erreicht. Damit hat er sich aber noch lange nicht hier niedergelassen. Die letzten Sichtungen gab es im Dezember. Es spricht also einiges dafür, dass der junge Rüde nur auf der Durchreise war und sich auf der Suche nach einem neuen Revier Nahrung gesucht hat. Daher heißt die Devise: Ruhe bewahren.

Dennoch sollten Vorkehrungen für die Zukunft getroffen werden. Die sogenannten „Billigkeitsleistungen bei Nutztierrissen“ sollten überarbeitet werden. Es dauert viel zu lange, bis die Entschädigungen von bis zu 100 Prozent des Tierwerts und bis zu 80 Prozent der Arztkosten bei den Besitzern ankommen.

( Weiterlesen: Wolf erreicht den Osnabrücker Speckgürtel)

Auf Einschätzung der Wolfsberater vertrauen

Bislang muss eine genetische Untersuchung nach jedem Riss nachweisen, dass es sich um einen Wolfsübergriff handelt. Die Einschätzung der Wolfsberater sollte nach so einem Vorfall ausreichen. So könnte das Leid der Weidetierhalter unbürokratisch, schnell und ohne teuren Gennachweis gemildert werden.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN