Radfahren und Politikbeteiligung Radwege Thema im Osnabrücker Jugendparlament

Von Julia Schächtele

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Soll es auch bald am Heger-Tor-Wall zwischen Dielinger- und Katharinenstraße geben: Eine „Protected Bike Lane“, hier ein Beispiel aus Minneapolis, USA. Der Radweg ist breit und durch einen Bordstein von der Fahrbahn getrennt.  Foto: imago/ZUMA PressSoll es auch bald am Heger-Tor-Wall zwischen Dielinger- und Katharinenstraße geben: Eine „Protected Bike Lane“, hier ein Beispiel aus Minneapolis, USA. Der Radweg ist breit und durch einen Bordstein von der Fahrbahn getrennt. Foto: imago/ZUMA Press

Osnabrück. Wie können Radfahren gefördert und mehr Jugendliche an der Politik beteiligt werden? Zum fünften Mal besprachen die Mitglieder des Jugendparlaments politische Themen, die sie bewegen.

Ein Thema bekam in dieser Sitzung besondere Aufmerksamkeit: Radfahren. Ulla Bauer, Radbeauftragte der Stadt, war zur Sitzung gekommen und präsentierte den Jugendlichen den Radverkehrsplan Osnabrück 2030.

Der Plan setzt vor allem auf mehr Platz und mehr Sicherheit für Radfahrer. Erste Maßnahmen würden bereits durchgeführt: Ein Schnellradweg nach Belm steckt mitten im Bau und bis zu den Sommerferien soll am Heger-Tor-Wall zwischen Dielinger- und Katharinenstraße eine „Protected Bike Lane“ entstehen, also eine besonders breite, baulich leicht erhöhte Fahrradspur.

Fluoreszierende Farben auf Kanaldeckeln

Die Pläne weckten das Interesse der jungen Parlamentarier: Könnte man Autostreifen durch Radwege ersetzen oder Rad- und Autospur mit Betonblöcken trennen, wollten die Schüler wissen. Je nach Verkehrslage sei das möglich, sagte Bauer. Es gab auch kritische Stimmen: „Die Aktion am Heger-Tor-Wall verstehe ich nicht“, sagte Markus Pietschner. Der Grünstreifen sichere bereits den Abstand zwischen Fahrrädern und Autos. Bauer erwiderte, dass es am sichersten sei, wenn „Radfahrer dauerhaft im Blickfeld der Autofahrer sind“. Außerdem gebe es zunehmend Konflikte zwischen Fahrrädern und Fußgängern, die neue Radspur entschärfe diese.

(Weiterlesen: Fahrradfreundliches Osnabrück?)

Das Jugendparlament hatte zudem einen Antrag gestellt. Er enthielt die Idee, fluoreszierende Farben auf Kanalisationsdeckeln anzubringen, sodass Radfahrer diese nicht mehr übersehen. „Wir haben intensiv darüber diskutiert“ so Bauer, allerdings funktioniere dies nur in Regionen ohne Straßenbeleuchtung. „Ich sehe da technisch leider keine Lösung“ bedauerte Bauer, die Stadt könne lediglich „Strecken nach und nach sanieren“.

Die Mitschüler erreichen

Auf die Frage, was das Jugendparlament tun könnte, begrüßte Bauer dessen bisheriges Engagement: „Ich find es auch toll, dass endlich jemand aus dem Jugendparlament am runden Tisch Radverkehr dabei ist“. Weiterhin sei es in Zukunft wichtig, „einen Weg zu finden, wie man die Jugendlichen eurer Altersklassen besser erreicht“.

(Weiterlesen: Anwohner üben Kritik an Radschnellweg)

Dieses Thema stand ohnehin auf der Tagesordnung. Die 15 anwesenden Mitglieder überlegten, wie sie ihre Mitschüler besser erreichen könnten. Plakate, der Online-Dienst Instagram oder persönliche Gespräche waren nur einige Ideen. Einige davon wollen die Schüler jetzt testen.

Einige Schüler hatten die Ratssitzung besucht. Das Jugendparlament erhält dort einen Sitz, noch ist allerdings unklar, wer diese Aufgabe übernehmen wird. Die Besuche hinterließen einen starken Eindruck: Die Parteien verhalten sich ziemlich respektlos, unterbrechen einander und beschimpfen sich sogar, beschrieb Zehra-Cemre Arslan. Julius Walkenhorst, der Vorsitzende des Parlaments, bemängelte, dass direkte Kritik nicht möglich gewesen sei, sondern lediglich Fragen an die Verwaltung.


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