zuletzt aktualisiert vor

Tarifstreit im Öffentlichen Dienst Busse, Kitas, Müllabfuhr: Wen betrifft der Warnstreik am Donnerstag in Osnabrück

Von Jörg Sanders

In den derzeit laufenden Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst hat die Gewerkschaft Verdi zum erneuten Warnstreik am Donnerstag aufgerufen. Zuletzt legten viele Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes in Osnabrück im März die Arbeit nieder. Foto: Jörn MartensIn den derzeit laufenden Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst hat die Gewerkschaft Verdi zum erneuten Warnstreik am Donnerstag aufgerufen. Zuletzt legten viele Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes in Osnabrück im März die Arbeit nieder. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. In den derzeit laufenden Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst hat die Gewerkschaft Verdi zum erneuten Warnstreik am Donnerstag und zu einer ganztägigen Kundgebung in Hannover aufgerufen. Am Streik beteiligen könnten sich auch Mitarbeiter aus Osnabrück und Georgsmarienhütte.

Aufgerufen zum Warnstreik sind auch Mitarbeiter der Stadt Osnabrück und der Stadt Georgsmarienhütte, sagt die Gewerkschaftssekretärin vom Verdi-Bezirksverband Weser-Ems Franziska Dieckmann. Die Einzelheiten:

Kitas: „Davon können auch Kitas betroffen sein“, sagt Dieckmann. In welchem Ausmaß, könne sie nicht sagen. „Ob er streikt, kann sich jeder Mitarbeiter morgens selbst überlegen.“ Ihrer Schätzung zufolge wird sich der Warnstreik in den städtischen Kitas ähnlich auswirken wie beim vergangenen im März. Damals waren infolge des Streiks acht der neun städtischen Kitas geschlossen geblieben.

Komplette Schließungen möglich

Auch Ole Spitzer, Sprecher der Verdi-Vertrauensleute in Osnabrück, kann keine zuverlässige Prognose abgeben. „Aber alle Kitas werden sich beteiligen“, sagt er. Das könne in den neun städtischen Kitas zu leichten Auswirkungen bis hin zu kompletten Schließungen führen. Die meisten Anmeldungen zur Streikteilnahme habe er aus den Kitas in Schölerberg, Lüstringen, Pye und Atter. In den Kitas könne es zu Betreuungsengpässen kommen.

Osnabrücker Servicebetrieb (OSB): Auch Mitarbeiter des OSB sind aufgerufen, sich am Warnstreik zu beteiligen. Der OSB kann nicht abschätzen, inwieweit sich die Mitarbeiter daran beteiligen werden. Müllabfuhr, Straßenreinigung, Abfallplätze und Recyclinghöfe – jeder Bereich könne betroffen sein, sagt OSB-Sprecherin Katrin Hofmann. Die Abfallplätze und Recyclinghöfe könnten geschlossen bleiben, „aber das wissen wir vorher nicht“. Sie gehe aber nicht davon aus. Der Müll werde gegebenenfalls an einem anderen Tag abgeholt.

Busse fahren

Stadtwerke Osnabrück: Dieckmann ist nicht bekannt, ob und inwieweit sich die Mitarbeiter der Stadtwerke und damit auch die Busfahrer an dem Warnstreik beteiligen werden. Vonseiten der Stadtwerke heißt es: „Wir machen nicht mit.“ Nach dem Warnstreik im März wolle das Unternehmen seinen Kunden keinen weiteren Ausstand zumuten. Beim nächsten richtig großen Streik würden sich die Mitarbeiter aber wieder beteiligen, sagt ein Sprecher.

Sparkasse Osnabrück: Auch die Sparkasse Osnabrück beteilige sich an dem Ausstand am Donnerstag, sagt Dieckmann. In Stadt und Landkreis könne es zu „erheblichen Einschränkungen“ im Service, in der Beratung und in der telefonischen Erreichbarkeit kommen. In einigen Filialen könnte eine Notbesetzung vorhanden sein, einige könnten womöglich schließen. Am stärksten würden sich die Filialen in der Stadt beteiligen.

Dritte Verhandlungsrunde startet

Verdi fordert für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Das lehnen die Arbeitgeber auch nach zwei Verhandlungsrunden bislang ab. Daher weitete Verdi die Warnstreiks vor der dritten Verhandlungsrunde am 15. und 16. April bundesweit bereits am Dienstag aus. Betroffen sind alle Bereiche bei Bund und Kommunen, auch die Flughäfen in unter anderem Greven (FMO), Frankfurt, München, Köln, Hannover und Bremen. Zahlreiche Flüge fallen aus. Im Norden liegt der Schwerpunkt am Dienstag auf Ostfriesland, insbesondere Emden.

Im März hatten hunderte Beschäftigte der Stadt und Stadtwerke Osnabrück, der Sparkasse und der Stadt Georgsmarienhütte einem Ausstand angeschlossen und in Osnabrück demonstriert.

Streikende der Stadtwerke Osnabrück blockieren am 14. März die Zufahrt zum Busdepot der Stadtwerke. Foto: Sebastian Philipp