Auftritt im Rosenhof Katrin Bauerfeind probt Beziehungs-Stand-Up

Von Matthias Liedtke

Wenig liebevoll: Katrin Bauerfeind sprach im Rosenhof über Singles und Beziehungen. Foto: Michael GründelWenig liebevoll: Katrin Bauerfeind sprach im Rosenhof über Singles und Beziehungen. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Lust und Leid des Single-Daseins und von Beziehungen lotete Katrin Bauerfeind im ausverkauften Rosenhof aus, wo sich die vielseitige Autorin, Moderatorin und Schauspielerin als Stand-Up-Comedienne versuchte.

Dass ihr rund zweistündiger Auftritt wenig mit ihrem aktuellen Buch „Alles kann, Liebe muss“ zu tun hatte, gab die 35-Jährige Katrin Bauerfeind am Ende unumwunden zu. Um zumindest den Versuch, zu lieben, ging es indes allemal in ihrem neuen Bühnenprogramm, mit dem sie auf die ihr eigene pointierte, dabei aber wenig liebevolle und mitunter ordinäre Weise diverse Beziehungskonstellationen ausbuchstabierte – inklusive der zu sich selbst. (Weiterlesen: Interview mit Katrin Bauerfeind)

Bauerfeind lieferte einen hastigen bis ausdauernden Stand-up, in dem sich sowohl die vielen Paare als auch die wenigen Singles im Publikum wiederfinden konnten.

Als die bekennende Junggesellin, die mit jungen Vätern und humorlosen und „unfassbar unsensiblen“ Kindern fremdelt, typische Entfremdungssituationen in der Partnerschaft beschrieb, sah man viele Köpfe nicken und vernahm so manch verstohlene Lacher, die darauf hindeuteten, ertappt worden zu sein.

Aus eigener Erfahrung berichtete die schwäbische Wahl-Kölnerin dann von Single-Dates, bei denen sich vorheriges Essen als „schlechte Grundlage für Sex“ herausgestellt habe. So freimütig wie bildhaft schilderte Bauerfeind auch ihr klischeehaftes „erstes Mal“ mit Vespa-Fahrer Mario auf einem Campingplatz in Italien – mit allen alkoholbedingten Peinlichkeiten, Missverständnissen („Ich liebe dick“) und Desillusionierungen, die dazugehören. Was am Ende blieb, war frei nach Erich Fromm und Whitney Houston ein Plädoyer für die Liebe zu sich selbst als „die wichtigste von allen“.

Entsprechend selbstverliebt wurde Bauerfeind an einer Stelle auch politisch moralisch, als sie „verdrossenheitsverdrossen“ als „Bundeskanzlerin“ ihre notorisch meckernden „Mitdeutschen“ dazu aufrief, ihre Energie doch lieber „in etwas Positives“ zu stecken als ständig zu motzen. Ihr selbst gelang das nur bedingt.