Ohne Nachwuchs keine Zukunft Regionalforum des Kolpingwerks bereitet Reformprozess vor

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Gedankenanstöße: 
              
              Vier Sprecher lieferten zum Start des „regionalen Zukunftsforums“ des Kolpingwerks in der Aula der Osnabrücker Ursulaschule einen geistlichen Impuls. Im Bild: Christof Helming. Foto: Thomas OsterfeldGedankenanstöße: Vier Sprecher lieferten zum Start des „regionalen Zukunftsforums“ des Kolpingwerks in der Aula der Osnabrücker Ursulaschule einen geistlichen Impuls. Im Bild: Christof Helming. Foto: Thomas Osterfeld

OSNABRÜCK.  Über eine Neuausrichtung und Öffnung des Kolpingwerks und seiner Einrichtungen diskutierten am Samstag mehr als 200 Mitglieder im Regionalforum im Gymnasium Ursulaschule in Osnabück.

Damit war es die größte Veranstaltung der insgesamt 20 Regionalforen, die an allen vier Samstagen im April bundesweit zum Nachdenken darüber anregen sollen, wie die Zukunft nicht nur der rund 130 Kolpingfamilien der Diözese Osnabrück aussehen könnte. Es handelt sich dabei nach einer Mitgliederumfrage um den zweiten von vier Bausteinen zur Vorbereitung und Ausgestaltung eines Reformationsprozesses, der vor zwei Jahren im Rahmen der Bundesversammlung im Kölner Hauptsitz des 1850 gegründeten Kolpingwerks angestoßen wurde und dessen Richtung und konkreter Weg 2020 beschlossen werden soll. Zuvor haben sämtliche Mitglieder die Möglichkeit, ihre Einschätzungen und Vorstellungen in den Vorbereitungsprozess einfließen zu lassen und somit das vom Bundesvorstand für notwendig befundene „Update“ mitzugestalten. Jeder solle basisdemokratisch seine Erfahrung und Expertise einbringen, um die Weichen für die Zukunft „richtig“ zu stellen, ließ der Kolping-Bundesvorsitzende Thomas Dörflinger per Videobotschaft verlauten.   

Nachwuchsproblem evident

Moderiert von Anna-Maria Högg, Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft Update“ und Bundesleiterin der Kolpingjugend, sowie Praxisbegleiter und Kolping-Familienberater Daniel Buchholz wurden den Teilnehmern vielfältige Möglichkeiten zur Orientierung und Positionierung und des wechselseitigen Austauschs in verschiedenen Gesprächskonstellationen geboten. Bereits in der Zusammensetzung des Forums spiegelte sich dabei das Nachwuchsproblem des katholischen, aber sich als ökumenisch offen verstehenden Mitgliederverbandes wider. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer bestand aus langjährigen Mitgliedern, die über 50 Jahre alt sind.

Bessere Vernetzung

Aber nicht nur deshalb äußerten viele ihre Skepsis über die Zukunftsfähigkeit des Verbandes in seiner jetzigen Form. Es wurde unter anderem mehr lokales und überregionales kirchen- und sozialpolitisches sowie kulturelles Engagement gefordert, etwa in Form von Musik-, Theater- oder Karnevalsgruppen. Die einschränkende Bezeichnung „katholischer Sozialverband“ halten viele ebenso für obsolet wie die bisherige Festlegung auf nur vier Handlungsfelder. Zudem müssten Möglichkeiten zur Mitgliedschaft flexibler gestaltet werden und die einzelnen Einrichtungen und Unternehmen inhaltlich enger zusammenrücken, um sich in Zukunft gemeinsam und besser miteinander vernetzt und als „Umsetzer der Idee Kolpings“ verstehen und präsentieren zu können.

Stärkere Öffnung

Einig waren sich am Ende nahezu alle Teilnehmer, dass der Zukunftsprozess zwar schwer, aber nichtsdestotrotz gelingen wird. Fast niemand glaubte, dass Kolping an gesellschaftlicher Relevanz verlieren wird. Insbesondere wenn es gelänge, ein unverwechselbares Profil zu stärken und die Gemeinschaft auch für Nichtchristen und mehr junge Leute stärker zu öffnen und attraktiver zu machen, könne der Wandel erfolgreich gestaltet werden.


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