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06.04.2018, 19:42 Uhr MOTIVIERTE MITARBEITER UNBEZAHLBAR

Homann bleibt in Dissen: Keine Milchmädchenrechnung

Kommentar von Stefanie Adomeit

Laut des niedersächsischen Wirtschaftsministers Bernd Althusmann (CDU) bleibt Homann in Dissen. Foto: Michael GründelLaut des niedersächsischen Wirtschaftsministers Bernd Althusmann (CDU) bleibt Homann in Dissen. Foto: Michael Gründel

Dissen. Noch ist die Freude verhalten. Verständlich nach dem, was die Menschen in der Region im vergangenen Jahr erlebt haben. Aber sie wird wachsen.

Rückblick: Im April 2017 hören die schockierten Homänner in Dissen und Lintorf, dass sie hier ab 2020 nicht mehr gebraucht werden. Theo Müller zog es in den Osten. 1200 Menschen blieben die Gnadenfrist bis 2020 und ein Sozialplan – trotz des für Homann frei geräumten Wunschgrundstücks, trotz 3000 demonstrierender Menschen.

In Leppersdorf kalkulierte Müller mit niedrigeren Löhnen und 25 Millionen Euro Förderung, die Niedersachsen nicht anbieten konnte. Sachsen aber auch nicht: Es gab nur 11. Und in Dissen liefen Homann die Mitarbeiter weg – alles Gründe, die den cleveren Milchmogul zum Neudenken gebracht haben könnten.

Vielleicht reifte dabei die Erkenntnis, dass die Verlagerung an den vermeintlich günstigeren Standort eine Milchmädchenrechnung sein kann. Qualifizierte, motivierte Mitarbeiter, die sich seit Generationen als Homann-Familie fühlen, sind unbezahlbar. Und was sagte ein empörter Dressing-Experte: „Die in Sachsen hergestellte Mayonnaise kann niemals so gut schmecken wie unsere. Allein schon wegen unseres Wassers.“ Angestellte, die so von ihren Produkten beseelt sind, gibt es nicht überall. In Dissen und Lintorf schon.


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