Fund vor der Bürotür Osnabrücker Jagdaufseher päppelt Findelhörnchen auf

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Was tun mit Findelhörnchen in Osnabrück? Verletzte oder unterkühlte Wildtiere päppelt Jagdaufseher Reinhold Rethschulte wieder auf. Foto: RethschulteWas tun mit Findelhörnchen in Osnabrück? Verletzte oder unterkühlte Wildtiere päppelt Jagdaufseher Reinhold Rethschulte wieder auf. Foto: Rethschulte

Osnabrück. Was tun mit verletzten Wildtieren, die im Osnabrücker Stadtgebiet gefunden werden? Viele rufen reflexartig die Polizei, die dann an Reinhold Rethschulte weiterleitet. Der pensionierte Polizist ist offiziell bestätigter Jagdaufseher und kümmert sich auch um die kleinsten Patienten – wie jetzt ein Eichhörnchen.

Vor dem Osterwochenende klingelte wieder einmal Reinhold Rethschultes Telefon. Am Hörer: die ehemaligen Kollegen der Osnabrücker Polizei. „Ich werde immer wieder angerufen, wenn es im Stadtgebiet um Wildtiere geht“, sagt der städtische Jagdaufseher. Denn in befriedeten Bereichen gibt es keinen eigenen Jäger. Wenn Stadtbewohner verletzte und halb erfrorene Eichhörnchen wie jetzt an der Natruper Straße finden, kommt Rethschulte ins Spiel.

Anhängliches Eichhörnchen

„Ein Bürger hatte das Tier auf der Treppe zu seinen Büroräumen gefunden und es in T-Shirts eingepackt.“ Ein konsultierter Tierarzt verabreichte dem Tier zwar eine Spritze, schickte Nager und Mensch jedoch wieder nach Hause. Weil Ersterer nicht ständig im Rücksack des Letzteren leben kann, ging es mit Rethschulte zur Artenschutz-Betreuungsstation. „Aber der Kleine war sehr anhänglich und wollte bei mir bleiben. Er war offensichtlich wieder sehr mobil und krabbelte blitzschnell unter meine Jacke und wollte es sich jetzt hier gemütlich machen“, sagt der Jagdaufseher.

Tier wird jetzt aufgepäppelt

Entgegen landläufiger Meinung könne man ein junges Eichhörnchen durchaus anfassen, bisweilen laufen sie auch den Menschen hinterher. Häufig würden sie später von der Mutter zurückgeholt. „In diesem Fall hat der tierliebe Bürger alles richtig gemacht, denn das draußen auf der Treppe liegende junge Tier war sicherlich unterkühlt“, so Rethschulte. „Bei ausgewachsenen Eichhörnchen sollte man immer geeignete Handschuhe tragen oder das Tier in ein Handtuch einschlagen, denn der Biss kann fatale Folgen haben.“

Und wie geht es mit dem Findelhörnchen von der Natruper Straße weiter? „Das wird jetzt aufgepäppelt und dann ausgewildert. Das klappt in der Regel ohne Probleme“, meint Rethschulte.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN