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Nach Unfall mit Radlerin UWG/Piraten fordern Rechtsabbiegeverbot für Lkw in Osnabrück

Von PM, Jörg Sanders und Meike Baars

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Beim Rechtsabbiegen erfasste der Lkw die Radfahrerin. Foto: NWM-TVBeim Rechtsabbiegen erfasste der Lkw die Radfahrerin. Foto: NWM-TV

Osnabrück. Nach einem weiteren Abbiegeunfall zwischen einem Lkw und einer Radfahrerin in Osnabrück am Donnerstag fordert die Ratsgruppe UWG/Piraten die Umsetzung eines generellen Rechtsabbiegeverbots für Lkw.

Trotz einzelner Maßnahmen komme es weiterhin zu schwerwiegenden und tödlichen Unfällen zwischen Lkw und Fahrradfahrern, teilte Ratsmitglied Wulf-Siegmar Mierke von der UWG mit. „Durch diesen tragischen Unfall sehen wir uns in unserer Auffassung bestätigt, dass Straßenabschnitte für Lkw gesperrt werden und dass das Rechtsabbiegen auf dem Wall für den Schwerlastverkehr verboten wird“, lässt sich Mierke zitieren.

UWG und Piraten wollen einen Antrag für ein Rechtsabbiegeverbot für Lkw in der nächsten Ratssitzung auf die Agenda setzen, um Unfälle wie am Donnerstag an der B68 zu verhindern, bei dem ein Lkw eine Radfahrerin überrollt hatte.

„Zu planen, in welcher Form es umgesetzt wird und ob es flächendeckend sein sollte, ist Aufgabe der Experten der Stadtverwaltung. Entsprechende Vorschläge sollten so zeitnah wie möglich präsentiert und anschließend ebenso rasch realisiert werden“, wird Ratsmitglied Nils Ellmers von den Piraten in der Mitteilung zitiert.

Gruppe will generelles Durchfahrtsverbot

Ferner hofft die Gruppe auf eine generelles Durchfahrtsverbot für den Lkw-Verkehr, um die Unfallgefahr zu reduzieren und Luftqualität zu verbessern. Mierke spricht sich schon länger gegen Lkw in der Stadt aus. Im November hatten Freiwillige auf Initiative der UWG Lkw an Ein- und Ausfallstraßen in der Stadt gezählt: 626 an der Zahl in vier Stunden, darunter 48 reine Durchfahrten.

Flächendeckendes Durchfahrtsverbot unzulässig

Ein flächendeckendes Lkw-Durchfahrtsverbot kann die Stadt nicht erlassen – zu dieser juristischen Einschätzung war die Verwaltung bereits im Jahr 2010 gekommen. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert wollte die B68 aus der Stadt verlegen lassen, doch die Niedersächsischen Straßenbaubehörde für Straßenbau und Verkehr setzt dafür den A33-Lückenschluss voraus.

Sonderfall Wallring

Geht es nach Stadtbaurat Frank Otte, dürften Lkw den Wall künftig nur noch im Uhrzeigersinn befahren und an einigen Kreuzungen nicht mehr abbiegen, um Abbiegeunfälle zu vermeiden. Dafür wäre jedoch eine Zweiteilung der B68 erforderlich. Auch der östliche Teil am Hauptbahnhof vorbei müsste zur Bundesstraße werden.

In den vergangenen Jahren war es wiederholt zu tödlichen Abbiegeunfällen in Osnabrück gekommen.


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