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04.04.2018, 19:43 Uhr MEINUNG

Zum Helmut-Kohl-Platz: So geht das also in der Politik

Kommentar von Rainer Lahmann-Lammert

Das waren Zeiten: Helmut Schmidt (links) war noch Kanzler, als 1982 dieses Foto entstand, wenig später wurde er von Helmut Kohl (rechts) gestürzt. Archivfoto: dpaDas waren Zeiten: Helmut Schmidt (links) war noch Kanzler, als 1982 dieses Foto entstand, wenig später wurde er von Helmut Kohl (rechts) gestürzt. Archivfoto: dpa

Osnabrück. Deutsche Einheit, europäische Integration, fragwürdige Spender: Ein Politiker wie Helmut Kohl polarisiert. Dass ihm in Osnabrück ein exponierter Platz gewidmet wird, ist für die einen selbstverständlich, für die anderen unvermeidlich. Aber wie dieser Deal eingefädelt wurde, zeigt, wie Politik gemacht wird: Du kriegst deinen Helmut, wenn ich meinen Helmut kriege!

Es ist offensichtlich, dass die SPD für den Helmut-Kohl-Platz leicht zu ködern war. Ein dezenter Hinweis auf den ebenfalls verblichenen Altkanzler Helmut Schmidt genügte, um die Zustimmung der Genossen zu sichern. Ein solcher Kuhhandel fördert die Politikverdrossenheit. Denn es ist offensichtlich, dass die Parteien hier ihr Süppchen kochen.

Und jetzt noch etwas: Dr.-Helmut-Kohl-Platz – muss wirklich ein so sperriger Name aufs Straßenschild? Es ist keinesfalls respektlos, von einer historischen Figur zu sprechen, ohne deren akademischen Grad zu erwähnen. Und wer in 50 Jahren mit dem Namen Helmut Kohl nichts anzufangen weiß, der kann ja im Online-Lexikon nachlesen, dass er Dr. phil. war.


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