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Streit um Messung zur Luftqualität SPD zum Bund der Osnabrücker Bürger: Polemisch, skandalisierend, unseriös

Von Jörg Sanders und PM

Die Verkehrsstation am Schlosswall. Foto: Jörn MartensDie Verkehrsstation am Schlosswall. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Die SPD Osnabrück reagiert mit scharfer Kritik auf den Angriff des Bunds der Osnabrücker Bürger (BOB) auf die Osnabrücker Verwaltung. BOB zeige wieder einmal, dass er „nur mit Polemik und Skandalisierung arbeitet, seriöse Information ist ihm fremd“.

BOB hatte in der Diskussion um die Luftqualität in Osnabrück auf seiner Facebookseite geschrieben, die Verwaltung habe alles getan, um möglichst schlechte Werte zu produzieren. Konkret ging es um den Standort der Station zur Messung der Luftqualität am Schlosswall. Der Container steht dicht an der Straße – dem zuständigen Gewerbeaufsichtsamt in Hildesheim zufolge allerdings gänzlich EU-rechtskonform.

SPD und Grüne üben scharfe Kritik

Nachdem die Grünen BOB bereits am Dienstag massiv für diesen Vorwurf kritisiert hatten, meldete sich am Mittwoch die SPD zu Wort. „Der BOB-Vorwurf, die Verwaltung tue alles dafür, schlechte NOX-Werte zu produzieren, zeigt wieder einmal, dass dieser Verein nur mit Polemik und Skandalisierung arbeitet, seriöse Information ist ihm fremd“, wird der Fraktionsvorsitzende Frank Henning in der Mitteilung zitiert. 

Andernfalls hätte man sich diese peinliche Pressemitteilung erspart und die Antwort der Verwaltung abgewartet.Frank Henning

SPD: BOB sind Bewohner am Wall egal

Der Vorwurf sei ferner ein „frontaler Angriff“ auf die Bewohner am Wall, so Henning weiter. Schließlich würde sich die Luftqualität bei einer Versetzung der Messstation nicht verbessern. BOB würde damit nur zeigen, „dass ihnen die Menschen am Wall völlig egal sind“, schreibt Henning.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende wundere sich, dass BOB mit dem Vorwurf die CDU-geführte Verwaltung unter Griesert angreift. BOB und die CDU koopieren im Rat der Stadt und bilden eine Gruppe. Dass BOB die CDU-geführte Verwaltung und damit Oberbürgermeister Wolfgang Griesert angreife, wundere Henning. „Zur Erinnerung: Funktionstüchtig wurde die Luftmessanlage im August 2005 – damaliger Umweltdezernent: Wolfgang Griesert“, so Henning. „Es scheint jedes Mittel Recht, Aufmerksamkeit zu erregen, auch wenn es gegen die eigene CDU-Fraktion im Rat geht.“

Kritik auch vom Piraten Ellmers

Auch Nils Ellmers, einziger Pirat im Rat der Stadt, kritisiert den Bund der Osnabrücker Bürger. Die schlechten Werte seien ein Fakt. „An einem anderen Ort zu messen verändert die Werte am Wall nicht und hilft auch nicht das Problem zu lösen.“  BOB wolle es nicht wahrhaben wollen, „nur weil es unbequem ist“. Vielmehr seien weitere Messpunkte nötig, so Ellmers.

Auch würde ich es begrüßen, wenn der BOB genauerer Untersuchung der Schadstoffbelastung der Menschen in Osnabrück durch Abgase fordern würde, statt nur zu spekulieren.Nils Ellmers