Johann Rotger van Lengerich Malteser-Leitung von der Mutter übernommen

Von Stefan Buchholz


Bramsche. Der Malteser-Hilfsdienst im Nordwesten bleibt in Sachen Leitung in Familienhand: Octavie van Lengerich ist nicht mehr die Diözesanleiterin. Ihren Posten übt nun ihr Sohn Johann Rotger van Lengerich aus.

In einer kurzen Antrittsrede skizzierte der neue Diözesanleiter seine Ziele. So wie er in der Erstkommunions-Vorbereitung mit seiner Tochter ein kleines Eisenkreuz geschmiedet habe, so gleiche das auch der Arbeit im Malteser-Hilfsdienst, befand er. Die ehren- und hauptamtliche Arbeit in einer christlich-sozialkaritativen Institution wie dem Malteser-Hilfsdienst sei eine dauerhafte Arbeit an der Ausformung des Glaubens am Menschen, sagte Johann Rotger van Lengerich.

Seine vordringliche Aufgabe sehe er darin, dafür Sorge zu tragen, dass Helfern alle notwendigen Umfeldbedingungen zur Verfügung ständen, damit sie engagiert den Auftrag der Malteser bestmöglich entfalten könnten.

Van Lengerich ermunterte die 220 anwesenden Malteser des Hilfsdienstes in der Alten Küsterei auch zur konstruktiven und kritischen Unterstützung seiner Arbeit. Und er dankte seiner Mutter für ihre vorbildhafte Arbeit im Dienst der Maltesergemeinschaft.

Berufen wurde der neue Diözesanleiter von Constantin von Brandenstein-Zeppelin, dem Präsidenten des bundesweiten Malteser-Hilfsdienstes. Zuvor hatte er Octavie van Lengerich als Diözesanleiterin verabschiedet. Er lobte zum einen ihre Präsenz in den Ortsgruppen, zum anderen ihre Innovationen. Von Brandenstein-Zeppelin erwähnte etwa die Einführung des Herzenswunsch-Krankenwagens und den mobilen Einkaufswagen.

Turiner Grabtuch

Ebenso habe Octavie van Lengerich die legendäre Malteser-Ausstellung zum Turiner Grabtuch nach Osnabrück geholt. Sie steht für den Dienst am Nächsten in einer Zeit, der der Glauben abhandenzukommen scheint, griff von Brandenstein-Zeppelin Predigtworte von Generalvikar Theo Paul auf. Der Geistliche hatte zuvor mit den Maltesern nach ihrer traditionellen Kreuztracht eine Messe gefeiert.

Octavie van Langerich hatte den katholischen Verband gut sechs Jahre geführt. Nun sei der Zeitpunkt gekommen, an dem sie sich wieder mehr der Familie und den Enkeln widmen möchte und den Stab an die nächste Generation übergäbe, sagte die 70-Jährige am Rand der Veranstaltung in der Alten Küsterei. „Für mich geht eine wunderbare Zeit bei den Maltesern zu Ende“, bekannte van Lengerich in ihren Abschiedsworten. Sie dankte ausdrücklich den Ortsgruppen für die Motivation und Freude, die ihr Ansporn gewesen seien.

Als letzte Amtshandlung überreichte sie mit dem erstmals vergebenen Malteserpreis einen symbolischen Scheck über 1957 Euro. Entgegen nahm ihn Frank Stegmann von der Ortsgruppe GMHütte. Dort, so befand die Jury, werden Kindergeburtstage ausgerichtet, die dabei den Malteser-Hilfsdienst vorstellen. „Neben dem Bestaunen der Einsatzfahrzeuge erwerben die Kinder auch Erste-Hilfe-Kenntnisse, sodass hoffentlich aus einem ersten Kontakt zu den Maltesern ein dauerhafter wird“, sagte Octavie van Lengerich.