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03.04.2018, 22:59 Uhr NEUES HOTEL AM NEUMARKT

Steht Osnabrück ein ruinöser Hotel-Wettbewerb bevor?

Kommentar von Rainer Lahmann-Lammert

Noch eine Hotelbaustelle: Neben dem Alando-Palais entsteht der Neubau für das Holiday Inn mit 158 Zimmern. Foto: Gert WestdörpNoch eine Hotelbaustelle: Neben dem Alando-Palais entsteht der Neubau für das Holiday Inn mit 158 Zimmern. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Überall in der Stadt entstehen neue Hotels. Steht Osnabrück ein ruinöser Hotel-Wettbewerb bevor?

Es ist schon eine gute Nachricht, dass es in Osnabrücks umkämpfter Mitte weitergeht. Seit der Fertigstellung des Hasehauses hat der Neumarkt nur noch mit dem Hin und Her bei der Sperrung unrühmliche Schlagzeilen gemacht. Mit den beiden Hotelbauten besteht die Chance, dass der vom Durchgangsverkehr strapazierte Platz immerhin optisch aufgewertet wird. Aber selbst ein optimistischer Betrachter kommt nicht an der Frage vorbei, was Osnabrück wohl blüht, wenn es zu einem ruinösen Wettbewerb in der Hotelbranche kommt.

Für Übernachtungsgäste gab es in Osnabrück noch nie eine so große Auswahl. In den vergangenen Jahren haben sich neue Häuser für die unterschiedlichsten Ansprüche dazugesellt wie das Arcona Living (108 Zimmer) an der Stadthalle, das Ibis Budget (148) und das B&B (100) am Hauptbahnhof. Nicht weit entfernt und im Rohbau schon gut zu erkennen ist das Holiday Inn an der Niedersachsenstraße, das sich mit seinen 158 Zimmern an ein anspruchsvolleres Publikum richtet.

Mit den beiden Centro-Hotels am Neumarkt kommen demnächst weitere 211 Zimmer auf den Markt, und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Es mag ein gutes Zeichen sein, dass Osnabrück von den Managern großer Hotelketten als zukunftsfähiger Standort wahrgenommen wird, und es ist erfreulich, wenn deren Marketing der Stadt neue Gäste zuführt. Aber ein ungezügeltes Wachstum wird es nicht geben, und wenn die vielen Zimmer erst am Markt sind, werden sie auch vermietet – notfalls zu Billigtarifen. Ein Preiskampf würde das Ende für viele inhabergeführte Hotels bedeuten. Dabei sind sie es, die durch Individualität und Kundennähe überzeugen können. Aber angesichts der schieren Masse Beton für neue Hotelprojekte werden sie es schwer haben.


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