Festkonzert in Osnabrück Orgelsanierung in der Markuskirche gefeiert

Von Jan Kampmeier

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Orgelsanierung in der Markuskirche feierten Jörg Spaude (links), Katrin Janssen-Oolo und Armin Würz mit einem Konzert. Foto: Swaantje HehmannDie Orgelsanierung in der Markuskirche feierten Jörg Spaude (links), Katrin Janssen-Oolo und Armin Würz mit einem Konzert. Foto: Swaantje Hehmann

Jörg Spaude, Armin Würz und Katrin Janssen-Oolo stellten in einem gemeinsamen Festkonzert die frisch sanierte Hillebrand-Orgel der Osnabrücker Markuskirche vor.

Osnabrück. Nach 25 bis 30 Jahren ist eine Orgel einfach mal dran, sagt sinngemäß Armin Würz zur Begrüßung in der Markuskirche. Dran war daher nämlich auch die dortige Hillebrand-Orgel, deren Sanierung nun abgeschlossen ist. Würz ist Kirchenvorstand der Gemeinde und hat das Projekt maßgeblich vorangetrieben, das, so Pastor Wolfgang Gerdes, seit etwa fünf Jahren geplant wurde. Eine lange Zeit, doch das Ergebnis spricht für sich: „Wir sind davon ganz begeistert“, sagt Würz.

Zum Festkonzert hat der Oboist nun zwei seiner musikalischen Mitstreiter mit ins Boot geholt, ein „eingefahrenes Team“: Sängerin Katrin Janssen-Oolo und Jörg Spaude, der an der frisch sanierten Orgel Platz nehmen darf. Die steht überraschender Weise gar nicht immer im Mittelpunkt, bei Georg Friedrich Händels ganz sanfter und getragener Arie „Dank sei Dir Gott“ zum Beispiel, die das Konzert eröffnet, führt Janssen-Oolos Stimme. Hier und später bei einer weiteren Händel-Arie weiß sie in großer Schlichtheit und Natürlichkeit des Vortrags anrührend zu gestalten, von dem aber, was in der Orgel steckt, ahnt man noch nicht viel – es sei denn, dass sie auch zu kammermusikalischen Zwecken eingesetzt werden kann.

Ohne Begleitung

Würz spielt sogar ganz ohne Begleitung und zeigt in einer Fantasie ursprünglich für Flöte geschmeidige Tempi, sanglichen Ton und Geläufigkeit. In den gemeinsamen Stücken mit der Orgel hält Spaude sich im Hintergrund, immerhin erklingt bei Nicolas Chédeville bereits ein charakteristisches Zungenregister. Ihren ersten großen Auftritt aber hat das Instrument in Johann Caspar Ferdinand Fischers „Musikalischem Blumenstrauß“. In Einleitung und Schluss präsentiert Spaude das Plenum, kräftige Klänge also inklusive Posaunen und Mixturen, in den sechs sehr kurzen Fugen dazwischen registriert er jeweils andere Klangmöglichkeiten, oft auch nur ein einzelnes Register der Orgel.

Carl Philipp Emanuel Bach schrieb „Stücke für Spieluhren“ und tatsächlich klingen sie auch genau so, wenn nur die hohen Register verwendet werden. Ein einziges Stück aus dem 19. Jahrhundert erklingt ganz zum Schluss, mit Gaetano Donizettis „Gratias agimus“ schallt ein Hauch italienischer Oper durch die Kirche. Es ist auch das einzige Stück, in dem alle drei Musiker zusammen spielen – schade eigentlich, denn das klingt richtig hübsch.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN