Strom & Wasser und Sola Konzert gegen Rassismus in der Lagerhalle

Von Jan Kampmeier

Eröffnete das Konzert in der Lagerhalle mit Popsongs sowie arabischen Liedern: die Osnabrücker Band Sola. Foto: Elvira PartonEröffnete das Konzert in der Lagerhalle mit Popsongs sowie arabischen Liedern: die Osnabrücker Band Sola. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Zu einem Konzert gegen Rassismus holte „Osnabrück ist bunt – Bündnis gegen Rassismus“ die Band „Strom und Wasser“ in die Lagerhalle. Im Vorprogramm die hiesige Band „Sola“.

Mit Popsongs und arabischen Songs eröffnete die Band „Sola“ in der Lagerhalle ein Konzert gegen Rassismus. „Let it be“ von den Beatles zu Beginn, später folgen zum Beispiel weitere bekannte Titel wie „Fly Me to the Moon“ in einer Duettfassung oder, schon als Zugabe, „Hero“ (Family of the year). Dazu eben arabische und auch instrumentale Titel, denn in der sechsköpfigen Osnabrücker Band spielen und singen auch Diyaa Abbasi und Feras Jarir, die aus Syrien geflüchtet sind. Insgesamt sind das überwiegend ruhige Titel, die entspannt gespielt werden und eher versöhnlich klingen.

Somit ist ein ziemlicher Kontrast gegeben zum Hauptact des Abends, der Band Strom & Wasser, die ziemlich schnell richtig aufdreht und erheblich härter klingt. Die mit Reibeisenstimme vorgetragenen Texte sind kritisch, gleichzeitig aber auch witzig, weil sie eine gewisse Lust an Albernheiten offenbaren. Die Welt wäre besser, wenn nur die Nationalhymnen mehr Groove hätten, erfährt man da zum Beispiel, daher hat Strom & Wasser für Deutschland schon mal eine neue Hymne geschrieben: „Disco global“. Daneben gibt es Titel wie „Glückliches Lied“ oder einen Song über Plastikpuppen.

Doch solche Scherze sind eben nur die eine Seite. „Wir sind ja sehr politisch unterwegs und haben daher den Eindruck, Deutschland bestehe nur noch aus AfD“, erzählt Heinz Ratz zwischen zwei Songs, und gegen Rassismus und rechte Umtriebe engagieren sie sich offenbar ziemlich intensiv. Auch hier in Osnabrück ist Strom & Wasser, abgesehen davon, dass die Band ihr Album „Herzwäsche“ in der Fattoria Musica produziert hat, schon 2012 gemeinsam mit Flüchtlingen aufgetreten: Strom & Wasser featuring the Refugees. Außerdem haben sie letztes Jahr, gemeinsam mit Konstantin Wecker, das „Büro für Offensivkultur“ ins Leben gerufen, weil die Demokratie aus ihrer Sicht in die Defensive geraten sei.

Mit einem Künstler-Netzwerk als schnelle musikalische Eingreiftruppe wollen sie gegensteuern und innerhalb kürzester Zeit auf rechte Gewalt reagieren können. Als Sammelbüchse für dieses Projekt lassen sie beim Konzert einen alten Schuh im Saal herumgehen.