Abend in der Kleinen Freiheit Einfühlsam und persönlich: Plewka und Schmedtje

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Hunderte Songs im Sack: Jan Plewka und Marco Schmedtje ließen bei ihrem Auftritt in der Kleinen Freiheit das Publikum die Setlist bestimmen. Foto: Robert SchäferHunderte Songs im Sack: Jan Plewka und Marco Schmedtje ließen bei ihrem Auftritt in der Kleinen Freiheit das Publikum die Setlist bestimmen. Foto: Robert Schäfer

Osnabrück. Mit dem Duo Plewka und Schmedtje erlebte das Publikum in der Osnabrücker Kleinen Freiheit eine emotionale Reise durch die Musik.

Geschichten und Musik oder Musik mit Geschichten? Wenn Jan Plewka und Marco Schmedtje zusammen Musik machen, gibt es immer etwas Spezielles in deutscher Sprache. Plewka kann auf Erfolge mit seiner Band „Selig“ zurückblicken. Gemeinsam spielten sie bei „Zinoba“. Soloalben haben beide gemacht – was soll man ihnen noch vormachen? Gute Freunde waren sie immer. Jetzt sind sie wieder unterwegs, Plewka mit seiner Stimme, Schmedtje mit Gesang und Gitarre.

„Between the Bars“ nennen sie ihre aktuelle Tour, mit der sie in der Kleinen Freiheit gastierten – und das nicht ohne Grund. Es sind nicht nur die übersetzten Stäbe, zwischen denen beide hindurch gucken. Es sind auch die vielen wörtlichen Bars und Kneipen, die beide von innen kennen. Jahrelang hätten sie gemeinsam getrunken und musiziert, berichteten beide direkt zu Beginn. Hunderte Songs hätten sie im Programm und die Titel auf Zetteln in einem Sack niedergeschrieben, meinte Plewka gleich zu Anfang, nur um gleich Taten folgen zu lassen. Die Setlist bestimmte das Publikum. Nach jedem Song ging Plewka unter die Zuschauer und ließ die Fans ziehen. „Eine krude Mischung, aber gezogen ist gezogen“, entfuhr es den beiden Musikern regelmäßig.

Songs aus der gemeinsamen musikalischen Zeit, den Soloalben beider Künstler und unsterblichen Klassikern der Musikgeschichte fanden sich im Sack. Reduziert auf das aller nötigste, Stimmen und eine zarte Akustikgitarre erhielt selbst ein oft gespieltes Stück wie Simon & Garfunkels „Sound of Silence“ eine neue, sehr zurückgezogene, introvertierte Dimension, oder Rio Reisers „Über’s Meer“ einen befreienden, befriedenden Unterton. Einfühlsam und persönlich, ohne Scheu und Show präsentierten die beiden Hamburger auch ihre eigenen Songs. Rund um die Stücke gab es Geschichten aus dem Leben als Musiker, die manchmal liebenswert, meistens lustig sind und fast immer damit endeten, dass sich die beiden betrunken haben.


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