NOZ-Monatsrückblick Hasewelle, Maidorf und Erdkabel – der März 2018 in Osnabrück

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Osnabrück. Hohe Wellen schlugen das Hin und Her rund das Maidorf, das geplante Studentenwohnheim und die Erdverkabelung im März 2018. Und dann ging im neuen L&T-Sporthaus mit der Hasewelle auch eine richtige Welle an den Start. Mehr zu diesen und anderen bewegenden Themen in unserem Monatsrückblick für die Region.

Osnabrück ist seit Anfang März um eine Attraktion reicher: Nach zweijähriger Bauzeit wird das neue Sporthaus von L&T eröffnet. Im „innovativsten Sporthaus Europas“ können die Kunden nicht nur Sportartikel kaufen, sondern auch aktiv Sport treiben. Auf der stehenden Hasewelle können Anfänger sowie Profis surfen, und im Fitnessstudio ist Training in dünner Höhenluft wie auf 2500 Metern Höhe möglich. Zur Eröffnung des 35-Millionen-Euro-Projekts kommen gleich drei Sportstars: die Leichtathletin Gesa Krause, der Skirennläufer Felix Neureuther und der Fußballfunktionär Matthias Sammer.

Auf der Maiwoche wird in diesem Jahr eine Attraktion fehlen. Das Maidorf darf aus Sicherheitsgründen und wegen fehlender genehmigungsfähiger Unterlagen nicht im Innenhof der Stadtbibliothek aufgebaut werden. Vorausgegangen war ein Hin und Her zwischen Stadt, Tüv und Umweltministerium. Alles drehte sich um die Frage, ob das Maidorf als „Fliegender Bau“ einzuordnen ist und wer letztendlich die Baugenehmigung erteilen muss.

Hohe Wellen schlägt auch der Bau des neuen Studentenwohnheims im Wissenschaftspark. Im Juni 2016 hatte das Studentenwerk die Ausschreibung für das Albert-Einstein-Wohnheim gewonnen, weil es als einziger Bieter die geforderte Höchstmiete von 8,50 Euro pro Quadratmeter mit 5,30 Euro deutlich unterschritten hatte. Diese konkurrenzlos niedrige Kaltmiete hätte das Bauprojekt fast zum Scheitern gebracht. Ende Februar 2018 stellte das Studentenwerk nach erneuten Berechnungen fest, dass sich die vereinbarte Nettokaltmiete nicht halten lässt und wollte aus dem Bauvorhaben aussteigen. Nur zwei Wochen später erfolgt der Rückzug vom Rückzug. Das Studentenwerk will das Wohnheim jetzt doch zu den vereinbarten Konditionen bauen, weil in den vergangenen Jahren bereits hohe Investitionen in das Projekt gesteckt wurden und ein Ausstieg teurer werden würde als die Fortsetzung des Wohnheimbaus. So kann nach dem ganzen Hin und Her der Spatenstich wie geplant am 19. März 2018 stattfinden.

Ein neues Zuhause findet auch das Kleiderlager. Das Hilfsprojekt muss die Melanchthonkirche, wo seit anderthalb Jahren gebrauchte Kleider an Bedürftige ausgegeben werden, aus Brandschutzgründen so schnell wie möglich verlassen. Nach wochenlangem Suchen finden die Ehrenamtlichen auf dem Gelände der ehemaligen Landwehrkaserne eine neue Unterkunft. Die Energieservice Osnabrück GmbH (Esos), eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke, überlässt dem Kleiderlager bis 2020 unentgeltlich ein Nebengebäude des alten Unteroffizierskasinos. Die Träger des Hilfsprojekts, die Bürgervereine Nord-West und Eversburg, haben große Pläne für die Kleiderkammer. Aus der Ausgabestelle für Altkleider soll ein Verschenkemarkt für nützliche Gebrauchtwaren werden.

Gute Nachrichten kommen auch von Amprion. Der Netzbetreiber will auf der Trasse 16 der geplanten 380-kV-Stromleitung zwischen Voxtrup und Lüstringen Erdkabel verlegen, da die Mindestabstände zur Wohnbebauung bei einer Freileitung in diesem Bereich nicht eingehalten werden können. Im ersten Abschnitt der Trasse nördlich von Osnabrück soll erst noch bis Ende des Jahres geprüft werden, welcher Bereich sich für eine Erdverkabelung eignet. Gegenüber der bisher geplanten Trasse ist laut Amprion-Sprecher Michael Weber „nun eine Verschwenkung um Hilter-Borgloh geplant“. Die Bürgerinitiative „Keine 380-kV-Leitung am Teuto“ will weiter für eine Vollerdverkabelung kämpfen.

Region Osnabrück

Im Osnabrücker Land dürfen bald wieder Autos mit den alten Kfz-Kennzeichen MEL, WTL und BSB unterwegs sein, die nach der Gebietsreform 1972 nicht mehr ausgegeben wurden. Wiederholt hatte sich der Kreistag wegen des Aufwands und der Kosten gegen die Rückkehr zu den alten Kennzeichen ausgesprochen. Besonders in der ehemaligen Kreisstadt Melle gab es aber zahlreiche Verfechter der alten Nummernschilder. Jetzt gibt der Kreistag dem Drängen nach und beschließt die Wiedereinführung. Damit könnten Autobesitzer schon zum 1. Mai oder 1. Juni 2018 die alten Kfz-Kennzeichen wieder verwenden.

Eine kostenlose Busfahrkarte für Oberstufenschüler wird im Landkreis dagegen nicht eingeführt. Der Kreistag stimmt mit den Stimmen von CDU/FDP/CDW und SPD/UWG nur dafür, dass Busfahrten günstiger werden sollen. Ab August wird eine Monatskarte für Oberstufen- und Berufsschüler ab Klasse 11 pauschal 23,60 Euro kosten. Bisher lag der Durchschnittspreis für eine Monatskarte im Nordosten des Landkreises bei 52,50 Euro. Damit wird ein CDU-Wahlversprechen zur Kommunalwahl 2016 nicht erfüllt.

In Wallenhorst wird der Weg für neue Verkehrswege und Verkehrsmittel freigemacht. Der Gemeinderat beschließt die Dorferneuerung Rulle. Demnach soll die Klosterstraße eine neue Fahrbahn erhalten und die Kreuzung Poststraße/Klosterstraße/Wittekindstraße zum Kreisel umgebaut werden. Auch der Andachtsplatz neben dem Ärztehaus wird umgestaltet. Außerdem ist eine zentrale Bushaltestelle geplant, von der künftig auch Busse in Richtung Wallenhorst-Zentrum abfahren sollen.

Ab Anfang 2019 soll eine ehrenamtliche betriebene Buslinie durch Wallenhorst fahren und dabei auch die Außenbereiche anbinden. Eine Weiterführung bis Wersen ist ebenfalls geplant. Um diese Ziele zu erreichen, gründet sich der Verein „Bürgerbus Wallenhorst – Wersen“ und wählt Marion Müssen zur ersten Vorsitzenden.

In der Fußgängerzone auf der Rathausallee in Wallenhorst bleibt dagegen alles beim Alten. Der Rat spricht sich gegen die Freigabe für den Autoverkehr aus, die die Unabhängige Wählergemeinschaft beantragt hatte.

Die Flüchtlingsbaracke in Hasbergen ist endlich Geschichte. Das baufällige 28 Jahre alte Holzhaus sollte eigentlich schon 2015 abgerissen werden. Wegen der hohen Flüchtlingszahlen musste die Gemeinde aber bis Ende 2017 Migranten in der Baracke unterbringen. Einige ehemalige Bewohner werden vorübergehend in der ehemaligen Gaststätte Rothenburg leben. An der Eisenbahnstraße soll bis zum Sommer ein neues Holz-Modulhaus mit neun Wohneinheiten für 18 Menschen entstehen.

In Georgsmarienhütte wird das größte Neubaugebiet seit 2006 geplant. Der Rat beschließt den Kauf eines zehn Hektar großen Baugebiets zwischen Forstweg, Sonnenpfad, Südring und Carl-Stahmer-Weg, auf dem rund 150 Bauplätze geschaffen werden sollen.

Der Bürgermeister von Bad Laer, Franz Vollmer, verlässt aus gesundheitlichen Gründen das Rathaus. Seit Oktober 2017 ist der 52-Jährige erkrankt. Davor war er bereits im Frühjahr 2017 für mehrere Monate ausgefallen. Jetzt stellt Vollmer einen Antrag auf Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand. 2014 hatte er als Kandidat der „Bürger für Bad Laer“ mit 67 Prozent der Stimmen die Bürgermeisterwahl für sich entschieden und den seit 17 Jahren amtierenden Bürgermeister Holger Richard abgelöst.

Blick nach Westfalen

Der Herrenabend des Bürgervereins Wersen zieht jedes Jahr Anfang März Prominente aus Nah und Fern in die westfälische Provinz nach Lotte. Bei der 43. Auflage der Traditionsveranstaltung wird Wolfgang Griesert zum Krautkönig gekrönt. Der Osnabrücker Oberbürgermeister wird in seiner 40-minütigen Rede seinem Ruf als glänzender Redner gerecht. Der Auftritt des Showacts Frank Zander ist dagegen manchen Gästen zu laut und zu lang.

Die weltweit operierende Würth-Gruppe eröffnet einen neuen Shop im Lotter Gewerbegebiet Heuers Moor. Der Konzern ist vornehmlich im Großhandel mit Produkten der Befestigungs- und Montagetechnik tätig. Auf rund 450 Quadratmetern werden für die ausschließlich gewerblichen Kunden 5000 Artikel vorgehalten, online stehen 145.000 Produkte zur Auswahl.


Hier fassen wir jeweils zum Ende eines Monats die wichtigsten Themen der vorangegangenen Wochen in Kurzform zusammen. Ähnlich wie in den beliebten Jahresrückblicken der Zeitung können Sie hier alles Wissenswerte des Monats aus Osnabrück und Umgebung Revue passieren lassen. Hyperlinks im Text führen Sie bequem zu vorheriger Berichterstattung.

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