Hans Pleschinski las in Osnabrück aus „Wiesenstein“ „Vulkanischer Dichter“: Roman über Gerhart Hauptmann

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Hans Pleschinski stellte im Blue Note seinen Roman über Gerhart Hauptmann vor. Foto: Michael GründelHans Pleschinski stellte im Blue Note seinen Roman über Gerhart Hauptmann vor. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Auf Thomas Mann folgt Gerhart Hauptmann: Hans Pleschinski legt mit „Wiesenstein“ einen Roman über den Autor von Stücken wie „Die Weber“ und „Rose Bernd“ vor. Am Dienstag las der 62-jährige Autor daraus bei „Littera“ in Osnabrück.

Nein, er schreibe keine Reihe über deutsche Literaturnobelpreisträger, sagt Hans Pleschinski an seine Lesungspublikum gewandt. Der Verdacht liegt schließlich nahe, wenn sich nach „Königsallee“ über Thomas Mann ein Buch über Gerhart Hauptmann (1862-1946) anschließt.

„Wiesenstein“ heißt Pleschinskis neuer Roman, benannt nach Gerhart Hauptmanns luxuriöser Villa in Schlesien. Dort verbrachte er sein letztes Lebensjahr und damit auch das Ende des Zweiten Weltkriegs. Das war es, was Hans Pleschinski stutzig machte. „Wieso starb dieser weltberühmte Mann in einer Gegend des Schreckens und Horrors?“, erklärt er bei seiner „Littera“-Lesung, was ihn zu einer umfassenden Recherche über den bedeutendsten Vertreter des Naturalismus brachte, heute vor allem für seine Stücke „Die Weber“, „Die Ratten“ oder das Kindsmörderinnendrama „Rose Bernd“ bekannt. 

Unpolitischer Schriftsteller

Hauptmanns Werk ist viel umfassender. „Er war ein vulkanischer Dichter“, so Pleschinski. Einer, der sich vom Sozialkritiker zum Mystiker wandelte. Der aus Celle stammende und in München lebende Pleschinski startet im Blue Note mit dem Beginn des Romans. Hauptmann und seine Frau Margarete werden im März 1945 nach einem Sanatoriumsaufenthalt per Krankentransport von Dresden zurück nach Schlesien gebracht. Der Weg Richtung Osten irritiert, bewegen sich die Hauptmanns doch in die entgegengesetzte Richtung der Flüchtlingsströme.

Im Gegensatz zu Thomas Mann hat Hauptmann Deutschland nicht verlassen. „Er war ein unpolitischer Mensch“, sagt Pleschinski. Die Nazis gewährten ihm Schutz und wollten sich mit dem bedeutenden Dichter als Kulturnation präsentieren. Auch die kommunistischen Polen und Russen schützten Hauptmann. 

Lesung sind Pleschinski wichtig

Osnabrück sei für ihn eine besondere Station, sagt der 62-jährige Pleschinski nach der Lesung. Hier bekam er 2008 den Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen. Doch Lesungen und damit die Begegnung mit dem Publikum sind ihm wichtig. Die Veranstaltung im Blue Note war dabei eine der ersten von 50 in diesem Jahr.


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