Tätig bei Polizeidirektion Osnabrück Disziplinarverfahren gegen AfD-Mitglied Bodo Suhren läuft noch immer

Von Jörg Sanders

Bodo Suhren, ehemaliger stellvertretender AfD-Bundesschatzmeister. Foto: imago/Sven SimonBodo Suhren, ehemaliger stellvertretender AfD-Bundesschatzmeister. Foto: imago/Sven Simon

Osnabrück. Das strafrechtliche Verfahren ist längst eingestellt, doch das Disziplinarverfahren gegen den Verwaltungsbeamten der Polizeidirektion Osnabrück und das ehemalige Mitglied des AfD-Bundesvorstands, Bodo Suhren, läuft noch immer.

„Das Disziplinarverfahren läuft noch“, teilte Nadine Kluge-Gornig, Sprecherin der Polizeidirektion, auf Anfrage mit. Und weiter: „Herr Suhren ist nach wie vor in der Polizeidirektion Osnabrück tätig.“

Verfahren läuft seit einem Jahr

Suhren ist Verwaltungsbeamter bei der PD Osnabrück am Heger-Tor-Wall. Der Vorwurf: Der ehemalige stellvertretende Bundesschatzmeister der AfD aus Belm/Vehrte soll seinen Dienstrechner während seiner Arbeitszeit für private und parteipolitische Zwecke genutzt haben. Vor einem Jahr wurde das Disziplinarverfahren gegen Suhren eingeleitet.

Auch Staatsanwaltschaft ermittelte

Später ermittelte auch die Staatsanwaltschaft. Der Verdacht: Suhren soll von seinem Rechner aus geheime Polizei-Interna an den Parteivorstand übermittelt haben. Seine Büro- und Wohnräume wurden daraufhin durchsucht. Die Polizeidirektion stellte Suhren frei und entband ihn von seinen Aufgaben, er durfte keine Dienststelle mehr im Land betreten.

Anfangsverdacht nicht erhärtet

Allerdings ging Suhren dagegen vor und bekam recht: Seit Oktober vergangenen Jahres arbeitet er wieder für und in der Polizeidirektion, allerdings in anderer Funktion ohne Zugang zu brisanten Informationen. Mitte Dezember vergangenen Jahres stellte die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verletzung von Dienstgeheimnissen gegen Suhren mangels Beweisen ein. Für die Zeit der Ermittlungen hatte das Disziplinarverfahren geruht.

Polizeidirektion hüllt sich in Schweigen

Das bedeutet wiederum nicht, dass Suhren womöglich doch E-Mails während seiner Arbeitszeit von seinem Dienstrechner an den AfD-Bundesvorstand geschickt haben könnte. Von der Polizeidirektion ist allerdings keine Begründung zu erfahren, warum das Disziplinarverfahren noch läuft. „Keine weiteren Auskünfte“, so Kluge-Gornig.