Umzug an den Ledenhof Stadt Osnabrück startet Buchungsverfahren für Nachtflohmarkt

Von Sebastian Philipp

Der Osnabrücker Nachtflohmarkt am 5. Mai findet in diesem Jahr erstmals am Ledenhof statt. Außerdem müssen sich Standbetreiber im Vorfeld der Veranstaltung eine Fläche reservieren. Archivfoto: David EbenerDer Osnabrücker Nachtflohmarkt am 5. Mai findet in diesem Jahr erstmals am Ledenhof statt. Außerdem müssen sich Standbetreiber im Vorfeld der Veranstaltung eine Fläche reservieren. Archivfoto: David Ebener

Osnabrück. Wer am 5. Mai beim Osnabrücker Nachtflohmarkt spontan seinen Trödel verkaufen will, hat schlechte Karten: Ab sofort müssen Verkäufer laut Ratsbeschluss ihre Stände im Vorfeld buchen. Das Verfahren dazu startet in der kommenden Woche. Für Flohmarktbesucher ist das jedoch nicht die einzige Änderung.

Der Rat hatte zu Jahresbeginn eine neue Flohmarktordnung verabschiedet, die der Veranstaltung in der Osnabrücker Innenstadt ein gänzlich neues Gesicht verleihen wird. So findet der Nachtflohmarkt nicht wie bisher rund um die Große Straße statt, sondern wird erstmals am Ledenhof, rund um die Katharinenkirche, entlang der Redlinger Straße und der Hakenstraße sowie am Adolf-Reichwein-Platz untergebracht.

Vorherige Buchung nötig

In diesem Jahr wird es zudem ein Anmeldeverfahren für die Standbuchung geben – ein Wunsch der Verwaltung. Hintergrund: Nicht immer habe das Kassieren der Gebühren am Veranstaltungstag geklappt, zu groß sei der Personalaufwand, argumentierte Stadtbaurat Frank Otte im vergangenen Jahr. In der Vergangenheit hatten einzelne Standbetreiber daher Glück und mussten keine Standgebühren zahlen. Damit ist nun weitestgehend Schluss: Im Vorfeld des Flohmarktes werden die einzelnen Flächen für Verkaufsstände elektronisch vergeben. Dabei bekommen die Stände eine einheitliche Größe von drei Metern Länge und zwei Metern Breite. Die Gebühr beträgt wie in den Vorjahren 20 Euro. Jede Person kann maximal zwei Stände buchen. Bislang waren auch kleinere Stände für zehn Euro möglich – diese fallen fortan weg. Die Bezahlung erfolgt bei der Buchung, die erst dann verbindlich ist. Als Bestätigung bekommen die Händler ein E-Ticket, das sie am Flohmarkttag bei Kontrollen vorzeigen müssen. Eine Ausnahme lässt die Verwaltung jedoch zu: Auf dem Bolzplatz an der Rolandsmauer können auch Kurzentschlossene ohne vorherige Buchung einen Stand aufbauen..

Ticketverkauf wie bei Konzerten

Die Ticketvergabe erfolgt über das Internet, über Vorverkaufsstellen und telefonisch. Als Dienstleister für die Standvergabe hat die Stadt Osnabrück nach eigenen Angaben die Firma Nordwest Ticket GmbH verpflichtet. Ab dem 4. April steht auf www.nordwest-ticket.de der Lageplan mit den eingezeichneten und durchnummerierten Ständen zur Verfügung. Die Buchung erfolgt wie beim Kauf eines Konzerttickets. Als Vorverkaufsstellen stehen in Osnabrück die Osnabrückhalle, die Tourist-Information in der Bierstraße sowie die Geschäftsstelle der NOZ in der Großen Straße zur Verfügung. Alternativ können die Tickets auch telefonisch über die Rufnummer 0421/363636 erworben werden.

Flohmarkt beginnt früher

Weil sich das tatsächliche Geschehen auf dem Flohmarkt immer weiter vom offiziellen Beginn um 21 Uhr entfernte, sieht die neue Flohmarktordnung auch eine Anpassung der Uhrzeiten vor. Viele Verkäufer bauten ihre Tische in der Vergangenheit schon am späten Nachmittag auf. Dieser mittlerweile gängigen Praxis wird nun Rechnung getragen: Am 5. Mai können die reservierten Stände ab 17 Uhr belegt werden. Offizieller Beginn der Veranstaltung ist nunmehr um 18 Uhr, der Flohmarkt endet schließlich um 2 Uhr. Da die Stände jetzt konfektioniert sind, werden die Flächen im Vorfeld auf dem Veranstaltungsgelände eingezeichnet und durchnummeriert, jeder Standplatzkäufer soll so auf Anhieb seinen Standplatz finden. Die von der Stadtverwaltung jetzt herausgegebene Karte offenbart 536 Plätze für Stände. Beim Nachtflohmarkt im Herbst 2017 hatte die Stadt 313 Stände registriert, im Frühjahr 2017 waren es 502.

Flohmarktordnung nicht unumstritten

Die neue Flohmarktordnung ist im Rat der Stadt Osnabrück nicht unumstritten und wurde im Januar dieses Jahres gegen die Stimmen der CDU und der FDP beschlossen, der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) enthielt sich bei der Abstimmung. Kritisiert wurde seitens des BOB vor allem der Umzug auf den Ledenhof. Dieser sei wenig durchdacht, weil die Fläche in naher Zukunft umgestaltet werden soll. Die FDP befürchtete dagegen, das neue Buchungsverfahren könne potenzielle Standbetreiber abschrecken und damit für einen weiteren Attraktivitätsverlust sorgen.

Der nächste Nachtflohmarkt in der Osnabrücker Innenstadt findet am 8. September statt. Die Stadt startet dann wieder sechs Wochen vor Veranstaltungsbeginn mit dem Buchungsverfahren. Nach einem Jahr will die Verwaltung analysieren, wie die Änderungen ankamen.


Entwicklung des Osnabrücker Flohmarktes

Am 2. Mai 1970 startete die Flohmarkttradition in Osnabrück. 17 Jahre feilschten Händler und Schnäppchenjäger im Heger-Tor-Viertel, bevor der städtische Flohmarkt mehrfach verlegt wurde, unter anderem zum Herrenteichswall und zur Halle Gartlage. Seit Mai 1994 findet er in der Fußgängerzone rund um die Große Straße statt, und zwar an jedem ersten Sonntag im Mai und jeden zweiten Sonntag im September. Parallel kamen diverse andere Flohmärkte hinzu, etwa die Flohmärkte der Stadtwerke Osnabrück im Moskaubad und zahlreiche Floh- und Trödelmärkte kommerzieller Anbieter.

Die Zahl der Stände beim städtischen Nachtflohmarkt schwankt erheblich. Im September 2017 waren es lediglich 313, im Frühjahr 2017 hingegen waren es noch 502 Stände. Im September 2016 hat die Stadt 409 Stände registriert, im Mai 2016 wiederum waren es 605.