Barockmusik von der Elbe Die Neue Hofkapelle Osnabrück in der Schlossaula

Von Jan Kampmeier

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Feinen, filigrane Klänge brachte die Neue Hofkapelle Osnabrück in die Schlossaula. Foto: Egmont SeilerFeinen, filigrane Klänge brachte die Neue Hofkapelle Osnabrück in die Schlossaula. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Die Neue Hofkapelle Osnabrück entdeckt für ihr Publikum Werke von Francesco Maria Veracini, Johann Adolph Hasse, Giuseppe Sammartini und Jan Dismas Zelenka.

Die Neue Hofkapelle Osnabrück ist das Ensemble für die feinen, filigranen Klänge. Beim Konzert in der Schlossaula stand eher gefällige Barockmusik von der Elbe auf dem Programm. „Komponisten am Dresdner Hof“ war es überschrieben. Die Neue Hofkapelle ergänzte ihre Besetzung diesmal wieder mit einigen Bläsern, mit zwei Oboen und einem Fagott, die bei Veracini, etwa im Menuett der Ouvertüre Nr. 1, hübsche Farbtupfer beisteuerten. Offenbar mit Lust arbeitet das Orchester außerdem rhythmische Finessen wie Hemiolen heraus, und besonders im Finale werden Akzente und Entwicklungen stark betont. Veracinis sechste Ouvertüre, nach der Pause bietet die gleiche Besetzung und fällt besonders durch den eigentümlichen Schlusssatz auf: ein Menuett im Unisono. Als Solistin zeigte sich Clara Blessing mit ihrer Oboe in einem Konzert Giuseppe Sammartinis, der selbst Oboist war.

Weicher, ansprechender Klang

Die Barockoboe ist etwas matter im Klang als ihr modernes Gegenstück, nicht so strahlend. Bei Clara Blessing klingt das schön weich, ein sehr ansprechender Klang, den sie in den langsamen Sätzen besonders blühen lässt, wo noch keine virtuose Geläufigkeit gefragt ist. Das ändert sich in den schnellen Sätzen, nicht aber ihre weiche Artikulation, mit dem sie dem Konzert einen sanften Charakter bewahrt, eine Natürlichkeit, die nicht zu geziert wirkt. Ein Werk des Programms wurde aus Krankheitsgründen gestrichen, doch die verbleibenden sechs Werke genügen auch vollauf. Da wäre noch das Konzert für zwei Violinen (Christian Heinecke und Danylo Gertsev), das hauptsächlich mit einem lieblichen Andante für sich einnehmen kann, und schließlich mit der Simphonie à 8 concertanti in a-moll von Jan Dismas Zelenka das weitaus umfangreichste und auch abwechslungsreichste Werk des Abends. Viele Solisten haben darin teilweise ordentlich zu tun, apart klingt dabei besonders ein Duett für Cello und Fagott.


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