Konzert für den Fanclub Frei.Wild vor geschlossener Gesellschaft im Osnabrücker Hyde Park

Von Ralf Döring

Bekannt für Rechtsrock: Sänger Philipp Burger von der Band Frei.Wild. Foto: Alexander Prautzsch/dpaBekannt für Rechtsrock: Sänger Philipp Burger von der Band Frei.Wild. Foto: Alexander Prautzsch/dpa

Osnabrück. An diesem Donnerstag gastiert die Südtiroler Band Frei.Wild im Hyde Park. Das Delikate dabei: Der Hyde Park pflegt ein linkes Image, die Band jedoch wird im rechten Spektrum verortet.

Vielleicht würde Conny Overbeck, die Betreiberin des Hyde Park, die Zeit gerne ein Stück zurückdrehen, ein kleines nur, auf Anfang März. Dann könnte sie einfach „nein“ sagen zu der Anfrage, ob Frei.Wild in ihrem Club auftreten darf. Jetzt ist der Laden gebucht und eine Absage des Konzerts wäre Vertragsbruch. „Wir wussten nicht, dass das so eine rechte Gruppe ist“, sagt Conny Overbeck, „und hätten wir es gewusst, hätten wir es sein lassen.“

Also tritt die Südtiroler Band an diesem Donnerstagabend im Club am Fürstenauer Weg auf. Was einigermaßen delikat ist, weil der Hyde Park gern ein punkiges, linkes Image pflegt. Frei.Wild hingegen wird dem rechten Spektrum zugeordnet, und zwar dem äußeren.

„Das ist eine ganz normale Band“

Konzertveranstalter Carlo Korte sieht das anders. „Das ist eine ganz normale Band“, sagt er, „mit ganz normalen Fans.“ Deshalb hat der Osnabrücker den Abend im Hyde Park organisiert, kurzfristig. Ursprünglich sollte das Konzert im holländischen Enschede über die Bühne gehen; der Club ATAK jedoch musste vor Kurzem Insolvenz anmelden und sämtliche Konzerte streichen. Kurzfristig hat Korte im Hyde Park Ersatz gefunden.

Antifa übt Kritik an Konzert

Protest rührt sich nun in der antifaschistischen Szene. Die Antifaschistische Aktion Osnabrück (AAOS) verweist auf ihrer Homepage auf ein geplantes Konzert der Band Krawallbrüder und deren „rechtsoffene Anhänger*innen“ im Oktober und eben auf den Auftritt von Frei.Wild am Donnerstag. Vielen gilt auch die Band aus Südtirol als rechtslastig, während Frei.Wild selbst und die Fans auf „patriotisch“ plädieren. Die Brixener verwahren sich regelmäßig gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit, stellen immer wieder öffentlich dar, dass sie sowohl links- als auch rechtsradikales Gedankengut ablehnen. Trotzdem wurde die Band 2013 nach Protesten anderer Bands von der Nominierungsliste für den Musikpreis Echo gestrichen. 2016 erhielten sie dann den Preis. (Weiterlesen: Irritationen wegen Frei.Wild bei der ECHO-Verleihung 2013)

Geschlossene Veranstaltung für Mitglieder

Konzertveranstalter Carlo Korte sieht die Band unproblematisch; deswegen führt er das Konzert am Donnerstag durch. Der interessierte Osnabrücker wird allerdings keine Gelegenheit haben, die Band hier live zu erleben: Es handelt sich um eine geschlossene Veranstaltung für Mitglieder des offiziellen Frei.Wild-Fanclubs.