Zu viel los in Osnabrück? Konkurrenz zum Jahrmarkt: Marketingchefin will mit Schausteller reden

Von Wilfried Hinrichs


Osnabrück. Es war zu viel los am Wochenende in Osnabrück: Wegen vieler Konkurrenzveranstaltungen blieben Besucher dem Jahrmarkt fern, was den Vorsitzenden des Schaustellerverbandes, Bernhard Kracke, dazu brachte, die Terminplanung der Stadt infrage zu stellen. Wir haben darüber mit der Geschäftsführerin der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH, Petra Rosenbach, gesprochen.

Frau Rosenbach, der Schaustellerverband hat kritisiert, dass es am Wochenende zu viele Konkurrenzveranstaltungen gegeben hat, die die Besucher vom Jahrmarkt ferngehalten hätten. Ist die Kritik berechtigt?

Ich glaube, es gibt nicht nur einen Grund für den Besucherrückgang auf dem Jahrmarkt, da spielen mehrere Ursachen zusammen. Es war viel los am Wochenende, das stimmt. Wir haben gehofft, dass sich die Veranstaltungen gegenseitig befruchten und wir viele Menschen anziehen. In jeder Werbung, bei allen Aktionen haben wir immer den Jahrmarkt mitgenommen und darauf hingewiesen, dass es neben Hollandmarkt, verkaufsoffenen Sonntag und Streetfood-Cirkus auch den Jahrmarkt gibt. Wir werden aber in der Planung für 2019 die Kritik der Schausteller aufnehmen und mit dem Verband darüber sprechen, ob wir solche Überschneidungen vermeiden. Wir werden uns da sicher einig, denn die Zusammenarbeit mit dem Schaustellerverband ist wirklich gut.

Sie sagten, es gibt mehrere Gründe für den Besucherrückgang auf dem Jahrmarkt. Welche sind das?

Die Gründe für rückläufige Besucherzahlen auf dem Jahrmarkt kenne ich nicht. Das müssen die Schausteller selbst wissen. Die Erfahrung lehrt nur, dass es zumeist mehrere Gründe sind. Unsere Veranstaltung allein verantwortlich zu machen, ist aus meine Sicht nicht richtig. Sicher ist auch zu überlegen, ob der Jahrmarkt ein neues Konzept braucht, aber auch das müssen die Schausteller entscheiden, denn die sind die Fachleute.

Es ist immer wieder über einen Umzug des Jahrmarktes in die Innenstadt diskutiert worden, dann wäre alles schön kompakt zusammen und es bräuchte keine Zusatzveranstaltung wie den Hollandmarkt, um einen verkaufsoffenen Sonntag zu rechtfertigen.

Jahrmarkt in der Innenstadt, etwa am Neuen Graben und Ledenhof – das ist schon mehrfach eingehend geprüft. Das Ergebnis ist immer dasselbe: Es geht unter den derzeitigen Gegebenheiten nicht. Es ist technisch nicht möglich, weil es keine Infrastruktur gibt, keine Ver- und Entsorgungsleitungen und keinen Starkstrom. Der Ledenhof hat auch nicht die notwendigen Traglasten.