„Essen mit Gewinn“ Osnabrücker Autoren stellen „Schlau Food“ vor

Von Frederik Tebbe

Gina und Axel Schlote haben den Ernährungsratgeber „Schlau Food für alle. Essen mit Gewinn“ herausgegeben. Foto: Gina SchloteGina und Axel Schlote haben den Ernährungsratgeber „Schlau Food für alle. Essen mit Gewinn“ herausgegeben. Foto: Gina Schlote

Osnabrück. Es ist keine sonderlich neue Erkenntnis, aber sie ist kompakt gebündelt: Auf circa 150 Seiten stellen die Osnabrücker Autoren Gina und Axel Schlote ihr Ernährungskonzept des „Schlau Food“ vor. Dahinter verbirgt sich keine hippe Diät und auch keine obskure Essgewohnheit, sondern eine denkbar einfache Regel: Iss Gesundes, meide Ungesundes - vereinfacht gesagt. Eine Rezension.

Gina und Axel Schlote sind keine Ernährungswissenschaftler. Zwar beschäftigen sie sich „seit Jahren theoretisch und praktisch mit Ernährung, der Wirkung von Lebensmitteln und ihrer Zubereitung“, doch Gina Schlote ist Fotografin und Illustratorin, ihr Mann Axel ist Philosoph und Autor. Nach einigen Jahren des Experimentierens und der Lektüre von Fachliteratur haben sie den Ernährungsratgeber „Schlau Food für alle. Essen mit Gewinn“ verfasst. Darin visieren die Schlotes gleich sieben Ziele auf einmal an. Wer sich nach ihren Empfehlungen ernährt, könne „Länger leben“, „Genussvoll essen“, „Abnehmen und Gewicht halten“, sich „Gesund und fit fühlen“, „Tiere schützen, Umwelt schonen“, „Geld sparen“ und schließlich „Zeit gewinnen“. Den Weg dahin erklärt ihr gemeinsam verfasstes Buch. Gina und Axel Schlote haben in den vergangenen Jahren aus Angst vor Krebs und anderen Zivilisationskrankheiten ihre Ernährungsgewohnheiten umgestellt. Dabei haben sie festgestellt, dass sie eben jene sieben Ziele mit dieser Ernährung erreichen können, für die man im Regelfall nicht extra in den Bio- oder Feinkostladen gehen muss. Denn die Zutaten dafür bekommt man auch im Supermarkt und Discounter um die Ecke. „Optimal“ für die Ernährung seien dem „Schlau Food“-Konzept zufolge unter anderem Kräuter- und Grüner Tee, Ingwer, Knoblauch, Zwiebeln, Tomaten, Zitrusfrüchte, Beeren und Kohl. Die Autoren empfehlen auch diverses Gemüse und Obst. Achtung, jetzt wird es erwartungsgemäß ungemütlich: Meiden sollte man Haushaltszucker, Fertignahrung, weißes Mehl, Fleisch und Alkohol – bis auf in Maßen genossenen Rotwein und Diät-Bier.

Kompakter Ratgeber

„Schlau Food für alle“ ist ein kompakter Ratgeber, der leicht verständlich eine gesunde Ernährung empfiehlt. Spürbar leidenschaftlich schreiben Gina und Axel Schlote eine vegetarische Ernährungsform herbei, setzen sich dafür ein, Gerichte selbst zuzubereiten und darauf zu achten, was man eigentlich isst. Positiv hervorzuheben ist, dass sie dabei nicht in medizinische oder ökotrophologische Fachsimpelei verfallen, sondern sich bemühen, jenseits von bloßem Namedropping von komplexen Wirkstoffen die positiven Effekte ihres „Schlau Food“ verständlich wiederzugeben. Hin und wieder schießen Gina und Axel Schlote dabei aber übers Ziel hinaus und verfallen in polemische Töne. Sie erheben mit der einen Hand den Zeigefinger, halten in der anderen den Holzhammer bereit. Die Feindbilder in „Schlau Food für alle“ werden klar aufgezeigt. Wer sich von Fast Food und Fertiggerichten ernährt, wird nicht gerade subtil kritisiert: „Viele kennen in der Tat kaum noch echtes Essen, halten Tütensuppe, Dosenfutter und Cola für Lebensmittel. [...] Kulinarisch ist das Barbarei“, heißt es etwa. „Wer unbedingt Double Burger, Mäusespeck und Bubble Tea braucht (oder sich einbildet, sie zu brauchen), für den ist unsere Ernährung nicht optimal“, an anderer Stelle.

Dass das Buch konsequent aus der „Wir“-Perspektive geschrieben ist, erzeugt zwar einerseits Nähe zum Leser, der sich mit den beiden so identifizieren kann, es hebt die Autoren an einigen Stellen aber auch zu sehr in den Vordergrund, setzt sie gar auf ein Podest: „Unsere Kosten für Lebensmittel und ihre Zubereitung betragen heute nur gut vier Fünftel der Kosten, die wir für unsere frühere Ernährung hatten; außerdem geben wir spürbar weniger Geld für Medizin, Behandlungen usw. aus. Wir fühlen uns fitter, vitaler und sind aktiver als früher.“

Simples Konzept

Je nachdem wie streng man sich dem „Schlau Food“ unterwerfen will, ist es ein simples Konzept, dem leicht zu folgen ist, wenn man die nötige Hingabe dafür mitbringt. Eine vegetarische Ernährung, der Verzicht auf klassische Süßigkeiten und Alkohol und ein bewusster Umgang mit der eigenen Ernährung ermöglichen laut Gina und Axel Schlote ein gesünderes Leben.

„Schlau Food für alle. Essen mit Gewinn“ ist im Sportwelt Verlag erschienen.