Pfiffig und umweltfreundlich Studierende entwickeln nützliche Osterhasen aus Kunststoff und Schrott


Osnabrück. Neuartig, nachhaltig, umweltfreundlich: So sollten Produkte sein, die Studierende der Hochschule in der Vorlesung „Projektmanagement“ entwickelten. 66 angehende Ingenieurinnen und Ingenieure haben sich in der Lehrveranstaltung von Professorin Elke Schweers als Unternehmensgründer ausprobiert.

Entstanden sind elf „Start-ups“, die Neuprodukte aus Recyclingmaterialien erarbeiten und bewerben sollten. Fünf Teams entschieden sich dabei für das Thema „Osterhasen“.

„Jedes Teammitglied war für einen eigenen Bereich verantwortlich: Geschäftsführung, Marketing, Produktion, Qualität, Projektleitung oder Controlling“, berichtet Elke Schweers. In der Projektarbeit konnten Studierende Methoden und Werkzeuge des Projektmanagements anwenden, die sie in der Vorlesung kennengelernt hatten. Eine Teilaufgabe war dabei, einen Prototyp zu entwickeln und vorzustellen. „Trotz gleicher Aufgabenstellung entwickelten alle Gruppen beeindruckende und sehr unterschiedliche, reale Lösungen“, lobte die Professorin für Thermische Verfahrenstechnik.

Fächerübergreifende Kooperation

Studierende verschiedener Disziplinen arbeiteten in dem Projekt zusammengearbeitet haben: Dental-, Kunststoff-, Verfahrens-, Werkstofftechnik und Maschinenbau. „Fachübergreifende Teams gehören im Ingenieurberuf zum Alltag und bringen oft die besten Ergebnisse“, so die promovierte Ingenieurin. Deshalb findet sie es für den technischen Nachwuchs wichtig, schon im Studium über den Tellerrand zu schauen.

Ron Köller hat sich über diese Möglichkeit gefreut. Wie die anderen Vorlesungsteilnehmer, steht er kurz vor Studienabschluss und schreibt zurzeit seine Bachelorarbeit: „Projektmanagement wird sicher ein wichtiger Teil unseres Berufslebens sein. Gut zu wissen, dass wir es jetzt nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch beherrschen.“ Sein Team „Green Rabbit“ hat einen Türstopper in Hasenform entwickelt. Der Student der Kunststofftechnik entwickelte dafür am Computer einen Prototyp.

3D-Drucker brauchte 17 Stunden

Dann druckte er ihn in einem Hochschullabor mit einem 3D-Drucker aus: „Das war eine lange Aktion“, erinnert sich Köller. Der 3D-Drucker musste über Nacht laufen. Knapp 17 Stunden hat es gedauert, bis aus einem dünnen Kunststoff-Strang Schicht für Schicht ein wohlgeformter Osterhase entstand, dessen Design an einen bekannten Schokoladenhasen erinnert. Anschließend erstellte der Student sechs kleinere Prototypen – einen für jedes Teammitglied. „Unser Türstopper soll später aus kleinen recycelten Kügelchen, dem sogenannten Kunststoff-Regranulat, produziert werden“, erklärte Ron Köller. Jedoch bedürfe es dafür teurer Anlagentechnik und Werkzeuge: „Deshalb haben wir uns entschlossen, den Prototypen aus dem normalem‘ Kunststoffmaterial namens ABS zu fertigen.“

Magnet in Hasenform

Aus recyceltem Polyethylen besteht hingegen „MagRab“ – ein Magnet in Osterhasenform, der ein Gewicht von 1,5 Kilo sicher hält. Unternehmen können ihr Firmenlogo in den Magneten integrieren und ihn als Werbegeschenk einsetzen.

Schlüsselanhänger und Flaschenöffner zugleich: Der Osterhase aus recyceltem Metall, den Michael Gopfauf und sein Team entwickelten, ist multifunktional. „Wir haben uns für eine Legierung aus Kobalt, Chrom und Molybdän entschieden. Sie ist leicht, fest, rostet nicht und lässt sich gut gießen“, berichtetrder Student des Allgemeinen Maschinenbaus am Standort Lingen. „Wir haben ihn schon getestet und viel positive Resonanz bekommen:“ Das trifft auch auf die anderen Produkte zu: einen Osterhasen aus Altglas, bestehend aus elf Einzelteilen, und einen Stoffhasen aus Jeans, den mehrere Babys auf Material- und Nahtfestigkeit untersucht haben.