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27.03.2018, 06:25 Uhr PROBLEM AUCH IN OSNABRÜCK

Arrangierte Ehe als Zerreißprobe

Von Sandra Dorn


Betroffene müssen einen Spagat bewältigen zwischen völlig verschiedenen Kulturen. Foto: colourbox.deBetroffene müssen einen Spagat bewältigen zwischen völlig verschiedenen Kulturen. Foto: colourbox.de

Osnabrück. Es ist ein Spagat zwischen völlig verschiedenen Kulturen und Wertesystemen, den Jugendliche bewältigen müssen, wenn ihre Eltern einen Ehepartner für sie ausgesucht haben.

Hier die deutsche Gesellschaft, in der sie aufgewachsen sind und wo Selbstverwirklichung eines der höchsten Ziele ist – dort die eingewanderten Eltern, die an hierzulande längst überholten Traditionen festhalten.

Unter Zwang verheiratet zu werden ist ein Albtraum und zu Recht ein Straftatbestand. Aber wo fängt der Zwang an? Was ist mit einer Ehe, auf die sich eine junge Frau einlässt, weil ihre Familie ihr letztlich wichtiger ist als eine Heirat aus Liebe? Die Grauzone ist groß. Und auch wer den Betroffenen helfen möchte, hat einen Spagat zu bewältigen – zwischen Verurteilung und Verständnis.

Wichtig ist, dass die Betroffenen eine Wahl haben. Und die haben sie nur, wenn sie sich darauf verlassen können, im Falle eines radikalen Bruchs mit ihrer Familie vom Staat aufgefangen zu werden. Verstärkt über das Thema und über Anlaufstellen zu informieren ist daher der richtige Ansatz der Osnabrücker Initiative.


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