Ebene Radwege beschlossen Künftig keine Berg- und Talfahrten mehr für Osnabrücks Radfahrer

Von Jörg Sanders

So sollen die Radwege künftig aussehen: ohne Absenkungen, dafür mit eine schrägen Kante für Autos – wie hier in Harsefeld. Foto: Daniel DoerkSo sollen die Radwege künftig aussehen: ohne Absenkungen, dafür mit eine schrägen Kante für Autos – wie hier in Harsefeld. Foto: Daniel Doerk

Osnabrück. Mehr Komfort für Fahrradfahrer: Sie sollen künftig auf Osnabrücks Radwegen keine Berg- und Talfahrt mehr erleben müssen. Hochbordradwege werden nicht mehr für Aus- und Zufahrten abgesenkt. Das beschloss der Stadtentwicklungsausschuss in seiner vergangenen Sitzung einstimmig auf Antrag der Grünen.

Es geht um Hochbordradwege – also Radwege, die durch einen Randstein baulich von der Fahrbahn abgetrennt sind. Aufgrund von Einmündungen sowie Grundstückszufahrten gleichen Radwege stellenweise einer Buckelpiste und können für schnelle Radfahrer bei stark unterschiedlichem Höhenniveau sogar zur Gefahr werden – etwa an der Rheiner Landstraße stadteinwärts und der Hansastraße stadtauswärts.

Das soll sich bei künftigen Radwegesanierungen ändern: Absenkungen auf Radwegen werden nur noch in begründeten Ausnahmefällen angelegt, beschloss der Ausschuss. Der Radweg bleibt damit in der Regel eben.

Abgeschrägter Randstein für Autos

Damit Autos auf Grundstücke kommen, sollen diese künftig den Höhenunterschied überwinden. Dazu werden abgeschrägte Bordsteine verbaut. Dasselbe soll für kleine Querstraßen gelten: Auch sie sollen Radfahrer künftig auf demselben Höhenniveau passieren können.

Die Verwaltung soll nun Kriterien festlegen, wo dieses Konzept nicht umsetzbar ist und die Ergebnisse dem Ausschuss vorlegen. Darüber hinaus wollen die Grünen noch wissen, inwiefern diese Bauart bei bereits geplanten oder begonnenen Vorhaben umgesetzt werden kann, etwa am noch nicht fertiggestellten Teil der Knollstraße. Da seien ebene Radwege aber wohl nicht mehr umsetzbar, sagt Bajus.

Gefahr von Abbiegeunfällen

Denn an der Knollstraße setzt die Stadt, wie auch an anderen Stellen, weiterhin auf Hochbordradwege, obgleich Radfahrstreifen auf der Fahrbahn als sicherer gelten. Befinden sich zwischen Hochbordradweg und Straße noch Parkplätze, erhöht das das Risiko von Abbiegeunfällen, weil Radfahrer für Autofahrer kaum zu sehen sind. „Wenn schon Hochbord, dann aber bitte nicht in Wellen“, sagt Ausschussmitglied und Antragsteller Volker Bajus.

Der Hochbordradweg in der Rehmstraße, abgetrennt von der Straße: Radfahrer müssen die beidseitigen Radwege nicht nutzen. Archivfoto: Sven Kienscherf