Mehr Umsatz und Mitarbeiter Windmöller und Hölscher aus Lengerich bleibt auf Wachstumskurs

Von Nina Kallmeier

Im Jubiläumsjahr 2019 sollen alle Baumaßnahmen am Standort abgeschlossen sein. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren rund 60 Millionen Euro investiert. Foto: W+HIm Jubiläumsjahr 2019 sollen alle Baumaßnahmen am Standort abgeschlossen sein. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren rund 60 Millionen Euro investiert. Foto: W+H

Lengerich. Der Maschinenbauer Windmöller und Hölscher bleibt auf Wachstumskurs. Allein in den vergangenen vier Jahren hat das Lengericher Unternehmen 60 Millionen Euro in den Firmensitz investiert. Den Umsatz hat der Familienbetrieb auf 835 Millionen Euro gesteigert.

Ob als Transportschutz oder zum Portionieren im Supermarkt, flexible Verpackungen sind heute überall im Einsatz. Dazu zählen Folien, zum Beispiel zum Verschließen von Verpackungen, oder Banderolen um PET-Flaschen und Marmeladengläser ebenso wie Papierzementsäcke. Und beides wird auf Maschinen des Lengericher Familienunternehmens Windmöller und Hölscher hergestellt. 50 verschiedene Maschinentypen stellt der international aufgestellte Betrieb her, der im kommenden Jahr sein 150. Jubiläum feiert. „Unsere Exportquote lag im vergangenen Jahr sogar bei mehr als 90 Prozent“, sagt Vorstandsvorsitzender Jürgen Vutz.

60 Millionen in vier Jahren

Dabei ist das Unternehmen mit seinen weltweit mehr als 2500 Mitarbeitern seit Jahren auf Wachstumskurs – räumlich, personell und im Umsatz. „In den vergangenen vier Jahren haben wir 60 Millionen Euro in unseren Hauptsitz investiert“, sagt Vutz. Unter anderem entsteht ein neues Technikum, das weltweit größte in der Brache, so der Vorstandsvorsitzende. Bis zum Jubiläum im kommenden Jahr sollen alle Arbeiten am Firmensitz abgeschlossen sein. Am Ende ist man damit jedoch noch nicht. „In den nächsten zwei Jahren werden wir auch an unserem zweiten Standort in Lengerich weiter investieren“, stellt Vutz in Aussicht.

Umsatz von 835 Millionen bei mir als 2500 Mitarbeitern

Der Erfolg zeigt sich jedoch nicht nur in der räumlichen Erweiterung, sondern auch im Umsatz. Zur Jahrtausendwende wurden noch 300 Millionen Euro erwirtschaftet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren es 835 Millionen, 6,4 Prozent mehr als 2016. „Alle Produktbereiche, Extrusion, Druck und Verarbeitung, sowie der Service und die Tochterunternehmen wie Garant haben sich positiv entwickelt“, so der Vorstandsvorsitzende. Windmöller und Hölscher selbst versteht sich als Systemlieferant, einen Produktionsstandort gibt es neben dem Firmensitz auch in Prostejow, Tschechien, wo einfache Module gefertigt werden, die dann in Lengerich verbaut werden. 50 Prozent ihres Umsatzes generiert die Unternehmensgruppe laut Vutz in West- und Osteuropa, den Rest hauptsächlich in Nordamerika und Asien. Doch auch Afrika ist für den Vorstandsvorsitzenden ein interessanter Markt. „Das könnte das neue China werden.“ Viel hänge jedoch von den politischen Rahmenbedingungen ab.

2950 Mitarbeiter weltweit

Mit dem Umsatzwachstum einhergegangen ist auch ein Anstieg der Mitarbeiterzahl. In den vergangenen vier Jahren sind laut Vutz 600 neue Mitarbeiter hinzugekommen. Weltweit waren für Windmöller und Hölscher im vergangenen Jahr 2950 Mitarbeiter beschäftigt – 250 mehr als 2016. Von ihnen wurden rund 100 am Hauptsitz in Lengerich eingestellt. „Unsere Fluktuation liegt bei weniger als einem Prozent. Darauf sind wir stolz“, sagt Vutz. Etwa 80 Planstellen bleiben jedoch weiterhin unbesetzt. Die größte Sorge bereitet dem Vorstandsvorsitzenden die Besetzung der Stellen von Servicetechnikern. 2017 wurde auch die Tochtergesellschaft W&H Academy GmbH gegründet, die Aktivitäten im Bereich Aus- und Weiterbildung verstärken soll.

Gute Aussichten für 2018

Auch das laufende Geschäftsjahr sieht Jürgen Vutz optimistisch und rechnet mit einem weiteren, moderaten Umsatzwachstum. Die 900-Millionen-Grenze soll erreicht und überschritten werden, stellt er in Aussicht. Auf den wichtigen Markt Nordamerika schaut man etwas skeptisch. „Die Entwicklungen zu mehr Protektionismus betrachten wir durchaus mit Sorge.“ Auch wenn der meiste Wettbewerb aus Europa komme, seien Strafzölle nie gut für den Welthandel. Aber: „Unsere chinesischen Kunden zahlen auch Zölle. Das wird in der aktuellen Diskussion um die USA gerne vergessen.“