638.000 Euro Steuerschaden Zoll stellt 4,4 Millionen Schmuggelzigaretten in Osnabrück sicher

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Osnabrück. Einen nicht gerade alltäglichen Fund machten Zollfahnder jetzt in Osnabrück: 4,4 Millionen Schmuggelzigaretten und elf Tonnen mutmaßlich gefälschtes Markenwaschpulver lagerten auf einem Industriegelände, als die Ermittler zuschlugen. Den Hinweis hatte ein anonymer Anrufer geliefert.

„Das ist aus aktueller Sicht schon etwas Größeres“, sagt Heike Sennewald. 21.000 Stangen Zigaretten würde auch der Zoll nicht jeden Tag sicherstellen, so die Sprecherin des Zollfahndungsamtes Essen. Doch der Reihe nach: Am 19. März ging am Münsteraner Standort der Behörde ein anonymer Anruf ein. Auf einem Industriegelände in Osnabrück würden zwei Männer kistenweise Schmuggelware verladen, sagte der Anrufer.

Lagerhalle voll mit Kartons

Als die Zollfahnder aus Münster wenig später am Ort des Geschehens eintrafen, bestätigte sich der Hinweis. Zwei 42 und 59 Jahre alte Männer waren gerade dabei, Kartons in einen Kleintransporter zu laden. Damit nicht genug: In einer Lagerhalle türmten sich Kartons, in denen die Beamten weitere Zigaretten und außerdem mutmaßlich gefälschtes Markenwaschmittel sicherstellten.

21.000 Stangen Zigaretten

Sennewald bilanzierte den Fund im Gespräch mit unserer Redaktion auf 4,4 Millionen Zigaretten in 21.000 Stangen, die nach ersten Erkenntnissen der Ermittler offenbar aus der Ukraine stammen. Das Waschmittel, insgesamt elf Tonnen, verteilte sich auf 960 Kartons zu je 12,2 Kilogramm. Weitere Ermittlungen müssen jetzt ergeben, ob es sich um gefälschte Ware handelt. Dass mit profanen Dingen wie Waschmittel geschmuggelt wird, ist aus Sicht der Zollsprecherin nicht ungewöhnlich: „Mittlerweile wird alles gefälscht und vertrieben – von A wie Arzneimittel bis Z wie Zahnpasta. Dennoch ist die Menge hier sicherlich schon bemerkenswert.“ Das Waschmittel werde in der Regel im Ausland billig produziert und dann in verschiedene europäische Länder transportiert. Über den Großhandel lande die Ware häufig in 1-Euro-Shops.

Wohl mehr als 600.000 Euro Schaden

Die beiden Männer wurden noch vor Ort festgenommen, befinden sich nach Sennewalds Angaben jedoch mittlerweile vorerst wieder auf freiem Fuß. Gegen sie wird nun wegen des Verdachts auf gewerbsmäßige Steuerhinterziehung ermittelt. Den Steuerschaden für die unverzollten und unversteuerten Zigaretten sowie 114 Kilo Rauchtabak beträgt nach Angaben des Zollfahndungsamtes Essen 638.000 Euro. Zu dem mutmaßlich gefälschten Waschpulver werden zur Zeit Prüfungen beim Hersteller geführt.

Ware wird in geheimen Lagern untergebracht

Eine logistische Aufgabe war der Abtransport der gefundenen Ware, die nach Sennewalds Angaben nun zunächst in geheimen Lagern untergebracht wird: „In der Regel organisieren wir das in Zusammenarbeit mit Speditionen, auch das Technische Hilfswerk wird von Zeit zu Zeit mit eingebunden.“

(mit dpa)


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