Hochbetrieb am Sonntag Saisoneröffnung im Piesberger Gesellschafthaus

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Am Sonntag startete das Piesberger Gesellschaftshaus in die neue Saison: mit Kaffee und Kuchen, Lindy Hop-Tanz, Eröffnung der diesjährigen Foto-Ausstellung und dem offiziellen Beginn der Außensaison.

Während zahlreiche Paare, zum Teil in scharfen Outfits, im Saal Lindy Hop tanzten, zogen einige ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee vor. Diese konnte man sich in Ruhe draußen gönnen, oder aber stilecht im Roten Café. Bei der Entscheidung für letztere Option eröffnete sich zusätzlich die Möglichkeit, einen Blick auf die Foto-Ausstellung zu riskieren, die ebenfalls am Sonntag begann.

Kunsthistorikerin Sarah Ramlow erklärte den Gästen, was es auf sich hatte mit den Lichtbildern, denen ein beliebter Gegenstand des täglichen Lebens als Motiv diente: die Schublade. Der Titel der Ausstellung lautet nämlich: „Im Kopf und in der Küche: Schubladen.“ Aus den 100 Einsendungen der Fotografinnen und Fotografen hat ein Kuratorenteam 20 Stück ausgesucht und assoziativ zu losen, thematischen Komplexen verbunden: Erinnerungen, Menschen, Rassismus und mehr.

Schubladen geöffnet

Profis, Semiprofis und Amateure haben Bilder eingeschickt. „Schubladen verraten etwas über Personen“, so Sarah Ramlow. Man wisse aber nicht immer wieviel, nämlich dann, wenn die Motive für eine Aufnahme in Szene gesetzt wurden. Drei interessante Bilder stammen aus der Linse von Angela von Brill: Für ihre Kamera öffneten Bischof Franz-Josef, Stadtrat Wolfgang Beckermann und La Vie-Sternekoch Thomas Bühner je eine Schublade.

Wer seinen Sonntag lieber im Freien verbringen wollte und Lust hatte, sich dabei ein wenig in der Piesberg-Wildbahn umzutun, konnte sich einen Forscher-Rucksack ausleihen und damit auf Fossilien-Expedition gehen, denn der Sonntag markierte auch den Auftakt der Außensaison beim Gesellschaftshaus. Freunde historischer Technik nutzten die Gelegenheit eher für einen Abstecher zu den Dampflokfreunden am Zechenbahnhof, als für die Fahndung nach Fossilien.

Foto als Statement

Imke Wedemeyer vom Gesellschaftshaus war sehr zufrieden mit der Resonanz und positiv überrascht von den Besucherzahlen. „Es sind deutlich mehr Leute da, als wir erwartet haben.“ Für die kommende Saison freut sie sich besonders auf Gespräche mit Besuchern über die Motive der Foto-Ausstellung. Möglicherweise auch Diskussionen, denn durch die Auswahl eines Bildes bezieht das Haus auch dezent politisch Stellung: jenes zeigt zwei AfD-Politiker in einem Möbelstück – genauer gesagt in der untersten Schublade.

„Wir haben uns die Frage gestellt, ob man dem überhaupt Raum geben sollte, ob man der AfD so nur die Aufmerksamkeit gibt, die sie sich wünscht. Aber man muss sich dem Thema stellen und darüber sprechen. Anders kann man der Entwicklung nicht entgegenwirken“, so Wedemeyer.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN