Ausnahmezustand in der Innenstadt Zufriedene Händler beim verkaufsoffenen Sonntag in Osnabrück


awen Osnabrück. Der verkaufsoffene Sonntag mit Hollandmarkt und Streetfood Circus hat die Besucher am Sonntag in Scharen in die Osnabrücker Innenstadt gelockt. Nach Angaben der Osnabrücker Marketing und Tourismus GmbH waren mehr als 160000 Besucher unterwegs.

Franz Josef Westerholt ist voll des Lobes für das Stadtmarketing: „Das ist einer der besten Tage, die wir je hatten, auch der verkaufsoffenen Sonntage. Der Prelle-Senior-Chef hat nur ganz kurz Zeit und muss schnell wieder nach draußen an seinen Stand. Er freut sich für die gesamte Werbegemeinschaft der Bier- und Krahnstraße. Die habe vor allem vom Streetfood-Circus profitiert, die Besucherströme hätten sich dadurch auch jenseits der Großen Straße Richtung Rathausmarkt orientiert. „Ganz toll, was die auf die Beine gestellt haben.“ Für Petra Rosenbach vom OMT (Osnabrück Marketing und Tourismus)ist ihr Konzept damit aufgegangen. „Das war uns ganz wichtig, die ganze Innenstadt zu beleben, vom Hollandmarkt in der Johannisstraße bis um Rathaus.“

Ausnahmezustand

Ähnlich begeistert klingt auch Thomas Ganter. Der L&T-Geschäftsführer spricht von „Ausnahmezustand“ und meint damit nicht nur die Hasewelle im neuen Sporthaus, wo die Besucher in mehreren Reihen hintereinander stehen, um den Surfern zuzuschauen. Auch in der Großen Straße, so sein Eindruck, befänden sich „unglaubliche Menschenmengen.“ Und die Kaufbereitschaft? Normal, so Ganter, es seien viele Familien unterwegs. Da der Rest der Familie nicht bei der Anprobe warten möge, müssten die Herren da schon mal verzichten, „aber die sind dann ein anderes Mal dran.“ Sein Fazit: „Top zufrieden.“

So sieht es auch Stefanie Bulk von Leder Rabe. „Wir hatten es auch schon, dass die Stadt voll ist, dabei aber wenig Umsatz übrig bleib. Heute waren die Leute entspannt, zufrieden und in Kauflaune.“ Das kann auch Vanessa Waldvogel von Schaeffer bestätigen. „Zwar keine große Summen, aber in der Spielwarenabteilung waren vor allem viele kleine Ostergeschenke gefragt.“ Reges Interesse auch an Grills und Zubehör. Das Café sei buchstäblich „aus allen Nähten geplatzt.“

Wie die OMT am Sonntagabend mitteilte, seien die Passantenzahlen am Wochenende gezählt worden. Demnach zählten die acht Messpunkte in der Innenstadt während der Ladenöffnungszeiten von Freitag bis Sonntag mehr als eine halbe Million Passantenbewegungen. Alleine der Sonntag sei mit rund 166000 Zählungen mehr als achtmal so gut besucht gewesen wie der Sonntag der Vorwoche.

Viele Gäste von außerhalb

Einen durchweg positiven Eindruck hatte auch Falk Hassenflug. Er ist bei der IHK für Handel und Tourismus zuständig. „Die Leute flanieren durch die Straßen und viele haben eine Tüte an der Hand“, berichtet er von einem Rundgang. Eine Ad-Hoc-Analyse in den Parkhäusern habe rund 40 Prozent auswärtige Kennzeichen ergeben. Viele stammten aus Nordrhein-Westfalen oder nördlichen Regionen wie Vechta und Delmenhorst.

Udo Rabe kommt aus Damme. Er ist Bauunternehmer und hat unter der Woche keine Zeit. Heute ist er mit Ehefrau Nadja und und seinen Kindern unterwegs. Tochter Merle braucht eine Übergangsjacke. Während andere zum Teil länger als 15 Minuten vor dem Parkhaus warten mussten, ist Rabe zum Kollegienwall gefahren: „Das hat keine 5 Minuten gedauert“, berichtet er.

Völlig stressfrei ist Familie Nienhüser aus Wallenhorst in die Stadt gekommen. Sie haben den Bus gewählt. „Das Wetter war ja lange genug blöd“, meint Udo Nienhüser. Sie wollen sich heute einmal treiben lassen, meint Ehefrau Alice. Einen festen Plan haben sie nicht. Aber als nächstes geht es mit den Kindern Michael und Mia in eine Eisdiele. Ähnlich halten es Nadine, Lukas und Christoph. Sie genießen den „Eventcharakter.“ Mit 29 Jahren gehören die drei zur Generation der Internet-Shopper, aber heute geht’s in die Innenstadt. Beim Streetfood Circus gab es zum Auftakt Langos und Burrito. Ihr nächstes Ziel: der Hollandmarkt in der Johannisstraße. Jörg Brodisch aus Bissendorf weiß auch noch nicht, wohin die Reise ihn führt. Er wartet mit Tüten bepackt vor Woolworth auf seine beiden Begleiterinnen. Die wollen sich in der neu eröffneten Filiale einen Überblick verschaffen. Er selbst ist bereits begeistert. Nicht nur L&T, die Osnabrücker Innenstadt habe sich sehr positiv entwickelt. „Eigentlich“, so befindet er, „ist man viel zu selten hier.“