„Lucky Man“ in Halle Luke, der Spaß-Puberbär

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Ein Hoch auf die 1990er: Luke Mockridge präsentierte sein Programm „Lucky Man“ in Halle. Foto: Egmont SeilerEin Hoch auf die 1990er: Luke Mockridge präsentierte sein Programm „Lucky Man“ in Halle. Foto: Egmont Seiler

Halle. Mit seinem aktuellen Programm „Lucky Man“ präsentierte sich der Unterhalter Luke Mockridge im Gerry-Weber-Stadion. 7000 Fans huldigten ihrem Idol, weil sie abseits des Alltags derzeit keiner so sorgenlos in eine Kindheit und Jugend zurückführt wie er.

Keine Frage: Der 29-jährige Mockridge hat ein Talent, dass Tausende republikweit in die Hallen strömen und deren Euronen in die Kassen klimpern lässt. Sein Publikum kennt ihn aus Shows des Privatfernsehens und dem eigenem YouTube-Kanal, den bisher ein Gefolge im sechsstelligen Bereich anklickt.

Autodidakt und Abgucker ist er: Selbst beigebracht haben will er sich das Gitarre- und Klavierspielen, von Mario Barth pickte er sich Vortragart nebst Mimik heraus. Selbst Steve Ballmers hochnotpeinliches Herumgehopse als damaliger Microsoft-CEO hat Mockridge wohl eingehend studiert.

Da trollt er sich also anfangs kindlich über die mit vier Riesenventilatoren drapierte Bühne, steht gekleidet wie ein Berufsjugendlicher scheinbar ehrfürchtig vor der „grünen Hölle“ der vor Begeisterung kreischenden Halle – und sondiert die Lage. Sortiert fragend, wer woher kommt, welche Alterskohorten anwesend sind und was die sonst so treiben. Eine kleine Handvoll Besucher aus der Eifel wird sich Mockridge merken, jenen, der lauthals seine Studiumswahl gen Bühnen brüllt („Psychologie“) und den achtjährigen Jordi aus der ersten Reihe. Alle drei kommen immer wieder im Laufe der 90-minütigen Show dran. Das ist dann wirklich witzig, selbst Mockridge kichert ob der eigenen Spontaneinfälle.

Ein Hoch auf die 1990er

Sein Programm hat „Lucky Luke“ zugeschnitten auf jene, die wie er in den 1990ern groß wurden. „Wir sind die geilste Generation“ erschließt er aus dem Vergleich mit den drauf folgenden Heranwachsenden, den „Milleniums“. Sie sind die „wie Trump-auf-Obama-Nachfolger“ lästert Mockridge unter dem Jubel der Halle.

Politisches in gegenwärtig aufgeregten Zeiten brauchte in die imaginierte Welt aus Kinderzimmer und Wohngemeinschaft nicht hineinzuschimmern. Selbst als das Licht zur politisch aufladbaren Globalaktion des Earth Hour ausging, konterkarierte das der Entertainer mit der Bitte: Das Publikum möge doch mal, Wunderkerzengleich, die Taschenlampen-App des Smartphones antippen. (Weiterlesen: Luke Mockridge und Nico Santos bei NDR-2-Papenburg-Festival)

Auf die Stimmungsaktion folgte der Earth Song, mit dem Mockridge den Beweis antrat, auch Stimmenimitator zu sein. Michael Jackson gelang ihm gut, dann deklinierte er, wie das fast jeder Comedian draufhat, Grönemeyer und Lindenberg durch.

Und der Spaß-Puberbär Mockridge präsentierte zum Finale angeblich noch die alten Klassenkameraden seiner Schulband namens „Sprengstoff“. Zusammen intonierten sie mit den 7000 Zuschauern die Gummibärenbande-Hymne aus jenen glücklichen 1990er-Jahren.


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