Informationen zur Vogelgrippe Hühner können nicht husten

Von Harald Preuin

Geflügelzüchter Michael Schratz, hier mit seinen Japanischen Zwerghühnern. Als Vorbeugung gegen die Newcastle-Vogelgrippe empfiehlt eine Impfung. Foto: Harald PreuinGeflügelzüchter Michael Schratz, hier mit seinen Japanischen Zwerghühnern. Als Vorbeugung gegen die Newcastle-Vogelgrippe empfiehlt eine Impfung. Foto: Harald Preuin

Osnabrück. Beim Wort Vogelgrippe bekommen Geflügelzüchter Hustenreiz. Die Gefahr, dass ein gefährliches Virus den Bestand bedroht, ist groß. Während es für das Virus H5 bislang kein Gegenmittel gibt, können Geflügelhalter sich gegen das sogenannte Newcastle-Virus (NC) wappnen. Sie müssen ihre Tiere nur impfen.

Die Newcastle-Krankheit ist weltweit verbreitet, außerordentlich ansteckend und anzeigepflichtig, und das schon seit 1927. Gegenmittel sind bekannt, werden seit vielen Jahren mit Erfolg angewandt. Vielleicht ist das der Grund, warum das NC-Virus in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt ist. Rassegeflügelzüchter wie Michael Schratz (63) aber lässt die Erkrankung nicht ruhen. Er ist Vorsitzender des Rassegeflügelzuchtvereins Osnabrück, der schon 1874 gegründet wurde.

Schutz vor Ansteckung

In den monatlichen Zusammenkünften der Mitglieder kommt das Thema Geflügelpest im Allgemeinen und die Newcastle-Vogelgrippe im Besonderen immer wieder auf den Tisch. Über diese Treffen sind die Vereinsmitglieder gut darüber informiert, wie sie sich und ihren Bestand gegen die Newcastle-Krankheit schützen können. Eine regelmäßige vierteljährliche Impfung über das Trinkwasser bietet Schutz vor Ansteckung und vor einer Verbreitung der NC-Pest.

Dunkelziffer an ungeimpften Tieren

Das funktioniert aber nur, wenn alle Geflügelhalter mitmachen. Michael Schratz und seine Vereinskollegen wissen aber, dass es viele Kleinhalter gibt und damit auch eine hohe Dunkelziffer an ungeimpften Tieren. Allein in der Stadt Osnabrück kann von etwa 200 Hühner- und Gänse-Kleinhalter auszugehen sein, die im Hausgarten, im Grabeland, vielleicht auch in Schrebergarten-Parzellen, ihre privaten Hühnerhöfe eingerichtet haben. Sind Tiere mit dem gefährlichen Erreger infiziert, ist es zu spät. „Vogelgrippe ist wie Schnupfen, die Hühnern röcheln dann. Sie können aber nicht husten“.

Preise und Pokale

Michael Schratz vertritt als Vorsitzender seines Vereins 55 Mitglieder, die jedes zwischen fünf bis 200 Hühner halten. Der 63-Jährige züchtet selbst Japanische Zwerghühner, hält 13 Hennen und drei Hähne. Er erwartet in etwa 20 Tagen flauschige 50 Küken, die vier Monate später selbst Eier legen. Die Hähne, zugeteilt auf drei Hühnervölker, sorgen eifrig für Nachwuchs. Schratz geht es nicht um gute Legeraten: „Meine Hühner sollen gut aussehen“, sagt der Züchter, der sich über Preise und Pokale bei Zuchtausstellungen freut. Seine weißen Zwergjapaner taugen auch nicht für den Kochtopf.

Überlebenschance als Fleischlieferanten

Andere Rassen haben eine bessere Legeleistung, die bei den Welsumer Hühnern bei 98 Prozent liegt, bei Italiener und Leghorns bei über 80 Prozent. Und inzwischen erobert das Zwi-Huhn einen Platz auf der Beliebtheitsskala der Geflügelhalter, weil sie eine gute Legeleistung und einen guten Fleischansatz haben. Damit haben auch die männlichen Küken dieser Rasse eine Überlebenschance als Fleischlieferanten, freut sich Schratz.

Kostenlose Informationen

Das Thema Tierseuche lässt den Geflügelzüchter aber nicht los. Er wirbt um flächendeckende Impfung von Hühnern, Enten und Gänsen, bietet Kleinzüchtern kostenlose Informationen an, ohne gleich mit dem Aufnahmeformular zum Vereinsbeitritt zu winken, der im Jahr 10 Euro kostet. Schratz‘ Einsatz ist aber nicht selbstlos. Wenn die Vogelgrippe ausbrechen sollte, sind viele Züchter betroffen. Rund um das regionale Epizentrum würde im Radius von einem Kilometer ein Sperrbezirk eingerichtet.

Tiere werden getötet

Geflügelhalter sind bei ersten Anzeichen verpflichtet, Erkrankungen den Veterinärbehörden zu melden. Das geschieht in der Regel über einen Tierarzt. Die von der Seuche betroffenen Tiere werden getötet. Die Kadaver müssen beseitigt und die Ställe desinfiziert werden, bevor sie nach einer Ruhezeit wieder genutzt werden dürfen. Michael Schratz: „Da laufen Kosten auf, das können einige 1000 Euro werden. Dann lieber vorsorglich gegen den Newcastle-Erreger impfen“, empfiehlt der Geflügelzüchter.

Niedersächsischen Tierseuchenkasse

Ein weiteres Mittel, sich gegen solcherart Kosten zu wappnen, stellt die Mitgliedschaft in der Niedersächsischen Tierseuchenkasse dar. „Für rund 10 Euro Beitrag im Jahr sind bis zu 250 Legehennen versichert“, erläutert Schratz. Bislang unversicherte Kleinhalter sollten bedenken, dass es neben der Newcastle-Seuche ja Vogelpesterreger gibt, gegen die bislang kein Mittel hilft. Informationen bietet Schratz über www.zwerghühnerosnabrück.de an.