Beirat für Kinderinteressen Osnabrücker Stadtteil Hellern im Fokus behalten

Von Monika Vollmer

Die aktuelle Situation von Kindern im Bereich Töpferhof in Hellern war auf der Sitzung des Beirates für Kinderinteressen in der Alten Kasse das zentrale Thema. Foto: Archiv/Joachim DierksDie aktuelle Situation von Kindern im Bereich Töpferhof in Hellern war auf der Sitzung des Beirates für Kinderinteressen in der Alten Kasse das zentrale Thema. Foto: Archiv/Joachim Dierks

mvo Osnabrück. Die aktuelle Situation von Kindern im Bereich Töpferhof in Hellern war auf der Sitzung des Beirates für Kinderinteressen das zentrale Thema. Die Grundschule und der angegliederte Hort berichteten von ihren Erfahrungen.

Mobbing, Prügeleien, Angst vor Mitschülern und Ausgrenzung, darunter leiden oft schon Grundschüler. Hellern zählt in Osnabrück ganz gewiss nicht zu den Stadtteilen, die als sozialer Brennpunkt zu bezeichnen wären. Dennoch ist die aktuelle Situation an der Grundschule und im Hort alarmierend.

Starke Bindung zur Einrichtung

Nachdem Britta Rogalla, Vorsitzende des Beirates, die Sitzung eröffnete, berichtete zunächst Svenja Eickhoff über die aktuelle Kinder- und Jugendarbeit aus dem seit über 30 Jahren existierenden Stadtteiltreff Alte Kasse. „Es besteht eine starke Bindung zur Einrichtung, viele wachsen vom Kinder- in den Jugendbereich, sind motiviert Projekte mitzumachen“, so Leiterin Eickhoff. „Es gibt nichts Vergleichbares in Hellern“, unterstrich sie die Wichtigkeit der Institution. Allerdings klagte sie über das mangelnde Platzangebot.

Schüler mit Sportpistole

„Was ist los am Töpferhof?“ Mit dieser Frage an die Grundschulleiterin, Silvia Bielefeld, leitete Rogalla in das brisante Thema ein. Bielefeld legte Wert darauf, dass sich die Probleme nicht nur auf den Töpferhof reduzieren ließen. Sie schilderte vermehrte Vorfälle, die sie so bislang nicht gekannt habe: Schüler, die polizeilich aktenkundig wurden, sei es durch Diebstähle oder unerlaubtem Besitzes einer Sportpistole. Mitschülern würden bedroht, beleidigt, unterdrückt auch durch körperliche Aggression. Familien, die ihr Kind nicht als „Mitläufer“ sehen möchten, zögen sich zurück.

Hellern relativ unauffällig

„Hellern ist statistisch gesehen, bis auf ein Wohngebiet, als relativ unauffällig zu betrachten. Die Sozialhilfe betreut aktuell im Töpferhof zehn Familien“, äußerte sich Stadtjugendpfleger Hans-Georg Weisleder. Eine Mitarbeiterin der zuständigen Immobiliengesellschaft, für Vermietung von überwiegend Vierzimmerwohnungen am Töpferhof verantwortlich, ging gedanklich ihre Mieter durch und hatte nicht das Gefühl, dass ein sozialer Brennpunkt vorherrsche. Hochwertiger Wohnraum soll demnächst in den 34 Wohneinheiten des Töpferhofes 1 entstehen, die Gesellschaft will das Gebäude komplett sanieren.

Intensive Förderung für notwendig

Die Schule in Hellern kommt an ihre Grenzen. Während Weisleder ankündigte, mehr in den Stadtteil zu schauen, merkte auch Rogalla hohen Handlungsbedarf an und griff die Idee eines Quartierstreffs auf. Der Beirat stimmte ab, hält eine intensivere Förderung für notwendig und fordert die Verwaltung auf, Hellern im Fokus zu behalten.