Demo gegen Fischerei und Aquakultur Radikaler Protest in Osnabrücks Fußgängerzone

Von Luca Kleine Heitmeyer

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Als leblose Fische in einem Netz zogen Annette Jarkuschewitz und Simon Buck die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich. Foto: Michael GründelAls leblose Fische in einem Netz zogen Annette Jarkuschewitz und Simon Buck die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich. Foto: Michael Gründel

khl Osnabrück. Mit einer radikalen Protestaktion haben Mitglieder des Osnabrücker Peta-Zwei-Streetteams, der Jugendkampagne der Tierrechtsorganisation Peta, am Samstag in der Großen Straße auf die Situation in der Fischerei und Aquakultur aufmerksam gemacht.

Zwei als Fische verkleidete menschliche Körper, gefangen in einem Fischernetz – mit dieser eindringlichen Darstellung mitten in der belebten Osnabrücker Fußgängerzone protestierten die Aktivisten des Peta-Zwei-Streetteams gegen die aus ihrer Sicht qualvollen Bedingungen in der Fischerei und Aquakultur.

Bewusstsein schaffen

„Jedes Jahr werden Milliarden Fische aus den Meeren gezogen. Auf den Fischerbooten ersticken sie dann langsam oder werden meist ohne Betäubung getötet“, schildert Kai Seidel, Leiter des Osnabrücker Peta-Zwei-Streetteams, die Fangbedingungen. „Mit unserer Aktion wollen wir aufklären und in der Bevölkerung ein Bewusstsein für diese Problematik schaffen“, so Seidel weiter.

Verständnis

Das scheint den Aktivisten zu gelingen. Viele Osnabrücker Bürger bleiben angesichts der auffälligen Protestaktion gespannt stehen, informieren sich bei den Mitgliedern des Streetteams über den Hintergrund. Man kommt miteinander ins Gespräch. Ein Großteil der Interessierten zeigt Verständnis für das Anliegen der Tierschützer. Darüber freut sich Kai Seidel, wenngleich er weiß, dass die meisten Menschen wohl auch weiterhin Fisch essen werden.

Folgen des Fischkonsums

„Es geht uns nicht darum, andere Leute zu bekehren oder ihnen unsere Weltanschauung aufzuzwingen“, stellt Seidel klar. Man wolle die Menschen lediglich für die negativen Folgen des Fischkonsums sensibilisieren. Dazu gehört aus Sicht der Aktivisten auch die Aufzucht von Fischen in Aquakulturen. Da sich diese häufig in Küstengewässern befänden, gelangten Parasiten und in der Aufzucht eingesetzte Antibiotika auch in den Organismus frei lebender Fische, so Seidel.

Zudem seien in Aquakulturen gehaltene Fische aufgrund des Platzmangels in den Zuchtanlagen großem Stress ausgesetzt, ihr Immunsystem dementsprechend anfällig. „Daher leiden die Fische oft unter Krankheiten und Parasitenbefall“, erzählt Seidel. Aktuelle Studien würden zeigen, dass Fische Schmerzrezeptoren besitzen und demnach Schmerzen empfinden können, was nicht zuletzt auch die Zweifel an den Bedingungen auf den Fischerbooten weiter verstärke.

Anlass der Protestaktion war der zweite internationale Tag zur Abschaffung der Fischerei und Aquakultur, der 2017 von einer Schweizer Tierschutzorganisation ins Leben gerufen wurde.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN