Auch alte Lieder im Programm Überwiegend heiter: Bernd Stelter in der Osnabrückhalle

Von Jan Kampmeier

Bernd Stelter präsentierte auf der Bühne der Osnabrückhalle selbstgeschriebene Lieder. Foto: Hermann PentermannBernd Stelter präsentierte auf der Bühne der Osnabrückhalle selbstgeschriebene Lieder. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Bernd Stelter sang am Freitag in der Osnabrückhalle einen Abend mit größtenteils selbstgeschriebenen Liedern.

Nein, er macht nicht viel Federlesens. Bernd Stelter kommt auf die Bühne, sagt „Nabend“ und singt „Ich hab‘ drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär“. Sein eindeutig bekanntestes Lied gleich zu Beginn. Er müsse es eigentlich nicht mehr unbedingt singen, sagt er, doch er wisse auch, das Publikum wolle es eben hören, also bitteschön. Der Spitzname „Bernie-Bär“ hängt ihm nun schon seit der Fernseh-Show „7 Tage, 7 Köpfe“ an, und er passt ja schließlich auch ganz gut zu dem etwas rundlichen Mann.

Die übrigen Lieder seines Programms „Wer Lieder singt, braucht keinen Therapeuten“ entstammen zum Beispiel seinen bisher sechs Kabarett-Programmen, sagt er. In jedem Programm habe es sechs oder sieben Lieder gegeben, und diese Lieder aus Programmen, die er nun nicht mehr spiele, wolle er trotzdem noch einmal singen. Zur Unterstützung sitzen die Musiker Tobias Sudhoff und Daniel Goldkuhle mit ihm auf der Bühne, doch Bernd Stelter spielt meist auch selbst auf der Gitarre. Die musikalische Prägung durch deutsche Liedermacher ist dabei unverkennbar.

Fernsehprogramm aufs Korn genommen

Bernd Stelter nimmt zwischen den Liedern zum Beispiel Partnerbörsen wie Parship oder Tinder auf‘s Korn, oder er kommentiert das Fernsehprogramm. In seinem dazu passenden Lied „Ich schalt den Fernseher an und sofort wieder aus“, heißt es allerdings auch: „Würden wir den Schrott nicht gucken, würd‘s das alles gar nicht geben.“ Wie vielseitig Bernd Stelter ist, beweist er mit einem kurzen Auszug aus einem Buch, das er selbst geschrieben hat, denn er verfasst auch Holland-Krimis. Ziemlich humoristisch geht es offenbar auch darin zu, denn die kurze Lesung bringt ihm viele Lacher.

Lustig sind die meisten seiner Lieder, allerdings nicht alle. „Abschied“ zum Beispiel ist sogar ausgesprochen melancholisch. Doch auch dieses Lied trägt er auf seine typische, eher etwas rustikale Art vor, vielleicht sind also doch die heiteren Seiten seine eigentliche Stärke. Bernd Stelter lässt seine Stimme gerne etwas rau klingen, und in einem Trinklied (die Gattung gebe es angeblich nicht mehr, sagt er zuvor), klingt das eben sehr viel angemessener. Andererseits sind die Texte zweier Lieder, die er für seine Kinder geschrieben hat, „Guten Morgen, kleiner Mann“ und „Gute Nacht, mein Engel“, besonders schön und liebevoll geraten.