Zweite Ausgabe der „Lese-Rampe“ in Osnabrück Heike Maria Fritsch liest im Unikeller aus Debütroman

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Im Kontakt mit dem Publikum: Heike Maria Fritsch bei der zweiten Ausgabe der „Lese-Rampe“ im Unikeller Osnabrück. Foto: André HavergoIm Kontakt mit dem Publikum: Heike Maria Fritsch bei der zweiten Ausgabe der „Lese-Rampe“ im Unikeller Osnabrück. Foto: André Havergo

Osnabrück. Mit Heike Marie Fritsch ging im Unikeller Osnabrück die zweite Ausgabe der „Lese-Rampe“ über die Bühne. Die in Osnabrück geborene Autorin las aus ihrem Debüt „Blindes Blut“.

„Kommen Sie noch mit?“ Heike Maria Fritsch blickt von ihrem Buch hoch ins Publikum und muss lachen. Schließlich spielt ihr Roman „Blindes Blut“ auf drei Zeitebenen, zwischen denen die Autorin nun munter hin- und herspringt. Es geht von den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs vorwärts ins Jahr 2006 und von dort zurück in die erste Hälfte der 1970er.

Während es damit von der Großmutter zur Enkelin zurück zur Mutter geht, führt Heike Maria Fritsch gleichzeitig die ein oder andere Nebenfigur ein. Aufmerksames Zuhören ist also für diejenigen gefragt, die „Blindes Blut“ vorher nicht gelesen haben und nun auch noch den ein oder anderen Nebencharakter kennenlernen.

Mischung aus Krimi und Wissenschaftsroman

Mit der in Osnabrück geborenen Autorin geht die zweite Ausgabe der „Lese-Rampe“ im Unikeller über die Bühne. Ende Februar fand die neue Lesereihe mit dem bekannten Autor Frank Schulz zum ersten Mal statt. Für die aktuelle „Lese-Rampe“ hat Moderator und Veranstaltungsinitiator Harald Keller eine weniger bekannte Autorin eingeladen. Das ist der eigentliche Sinn der Reihe. Denn Keller, selbst Autor sowie Journalist und Dozent, versteht das Format als Sprungbrett für Literaten, die noch kein großes Publikum haben.

Einzige Bedingung: Die Autoren oder Bücher müssen einen Osnabrück-Bezug haben. Fritsch ist in Osnabrück aufgewachsen, lebt aber heute in Köln. Mit ihrem 2014 erschienenen Debüt hat sie eine Mischung aus Krimi, Historienroman und Wissenschaftsroman vorgelegt. Die Ärztin Elisabeth rettet eine Gruppe Kinder aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen und gründet mit ihnen eine abgeschottete Gemeinschaft, in der sie ihre eigene Vererbungstheorie verwirklicht.

Sympathische Lesereihe

Heike Maria Fritsch konzentriert sich bei der Lesung vor allem auf Elisabeths Tochter Waltraud, die ermordet wird, und deren Tochter Miriam, die herausfinden will, was passiert ist. Im Gespräch mit Harald Keller gibt sie einen kurzen Einblick in ihre historische und medizinische Recherche zur Blutgruppenforschung.

Die Recherche zu Blutgruppen und Rhesusfaktor hätte ruhig ein bisschen ausführlicher zur Sprache kommen dürfen. Aber es soll ja auch gelesen werden. Und dass die noch junge „Lese-Rampe“ nicht in allem perfekt ist, gehört zu ihrem Charme.

Die Reihe ist eben „Work in progress“. Das gilt auch für Heike Maria Fritsch zweiten Roman mit dem Arbeitstitel „Trau dir nicht“. Spielen schon Teile von „Blindes Blut“ in Osnabrück, ist der Psychothriller komplett hier angesiedelt. Auf Lokalkolorit legt die Autorin nicht viel Wert, wie sie betont. Sie schreibe keinen Lokalkrimi, in dem die Stadt zu einer Protagonistin wird. Ihr geht es darum, dass ihre Bücher überall spielen könnten, sagt Fritsch.


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