Kreativzelle der Blues Company Tosho Todorovic und Mike Titre im Blue Note in Osnabrück

Von Thomas Hitzemann

Rückblick auf vier Jahrzehnte Zusammenarbeit: der Blues-Duo-Gig im Blue Note. Foto: Hermann PentermannRückblick auf vier Jahrzehnte Zusammenarbeit: der Blues-Duo-Gig im Blue Note. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Seit über 40 Jahren setzen sie Akzente im deutschen Blues. Erstmals zeigen Tosho Todorovic und Mike Titré öffentlich, wie puristisch und konzentriert ihre Arrangements und Kompositionen entstehen, bevor diese in vergrößerte Fassungen der Blues Company mit Bläsern oder gar mit Chor umgewandelt werden.

An diesem Abend kommen nicht nur Titel der Anfangsjahre auf die Bühne, auch Instrumente. Tosho bringt seine Hopf-Gitarre von 1968 zum Einsatz und Mike eine Dobrogitarre aus Metall. Auch in den älteren Songs sind die Begleitungen differenziert. Bei Percy Mayfields „Please Send Me Someone to Love“ kommen gezogene Töne, die Slurs, sowie weiche Glissandi. Robert Johnsons „Rolling and Tumbling“ wird im Bottlenecksound begleitet.

Ray Charles’ „Georgia on My Mind“ präsentiert Tosho sehr eigenwillig phrasiert und völlig entschnulzt. Bei Little Richards „Tutti Frutti“ singen die Zuhörer mit. Ab und zu setzt Mike die Mundharmonika an die Lippen, um ihr wohlig krächzende Töne zu entlocken. Auch brandneue Eigenkompositionen werden vorgestellt, etwa ein aktuelles „Waiting for Springtime“.

Ganz unerwartet erweitern die beiden ihr Programm durch geistliche Lieder. Blues und Gospel seien wie Bruder und Schwester, so Tosho. „Have Mercy with My Crippled Mind“ wird sanft, fast lieblich auf den Gitarren begleitet. Zum eindringlichen Bittgesang „Precious Lord“ legt Tosho sogar die Gitarre ganz aus der Hand.

Duo Gig von Toscho Todorowitsch und Mike Tidre im Blue Note. Foto: Hermann Pentermann

Mit einem Lied über das Osnabrücker Wetter („Cold Rain“) schließt sich dann der Kreis. Im Rückblick auf vier Jahrzehnte können die zwei Musiker am Ende nur zugeben: „The Blues Was Always Good to Me.“